Was war ich jahrelang für ein Kosmetik-Opfer! Immer auf der Suche nach der passenden Creme oder dem ultimativen Haar-Zaubermittel. War ich mal mit einem  Produkt zufrieden, wurde es garantiert drei Monate später vom Markt genommen. Das kann jetzt nicht mehr passieren, da müsste man jetzt schon weltweit eine Pflanze ausrotten. Wobei: Wäre mein Aloe Vera-Pfänzchen ein würdiger Ersatz für die Aloe Vera in der Flasche von Aubrey Organics? Inklusive Update am Ende des Artikels, welches Aloe Vera Gel ein würdiger Ersatz für das von Aubrey Organics ist, da dies leider scheinbar vom Markt genommen wurde.

 

Reines Aloe Vera-Gel von Aubrey Organics

Die Flasche sieht unspektakulär aus, der Inhalt ebenso: Die enthaltene Substanz hat nichts mit dem Geglibber zu tun, das man aus einem Aloe Vera-Blatt herauskratzen kann: Im Produkt enthalten ist zu 98% der reine Blattsaft, und der ist so aufbereitet, dass er flüssig wie Wasser ist.

Durch diese Konsistenz lässt sich dass „Gel“ angenehm auftragen, ohne danach zu spannen. Zudem ist es nicht parfumiert. Es riecht einfach natürlich-grün, frisch, ein klein wenig medizinisch, aber nicht unangenehm. Das ist praktisch zum Kinderhaar-Entwirren oder für geruchsempfindliche Allergiker (die natürlich nicht gegen Aloe per se empfindlich sein sollten).

Wirklich günstig ist das 118ml-Fläschchen für ca. 14 Euro zwar nicht, hält dafür aber recht lange. Ich hatte meine erste Flasche knapp ca. Monate in Verwendung, und das bei täglicher Verwendung. Wer meint, kann sich zusätzlich einen Pumpspender kaufen für ca. 3 Euro. Unnötiger Schnickschnack, wenn Ihr mich fragt: Ich kippe mir die Flüssigkeit direkt in die Hände. Ein Handteller heißt ja nicht umsonst so. Wer lieber pumpen will, könnte daheim auch gucken, ob nicht der Sprühkopf einer anderen Flasche passt – die Größen sind ja meist normiert.

DasProdukt ist übrigens vegan. (Die genauen Incis findet Ihr am Schluss des Artikels.)

 

Wozu ist Aloe gut?

Aloe Vera hilft …

  • … bei Sonnenbrand,
  • Insektenstichen,
  • ist feuchtigkeitsspendend und damit gut für die Haut- und Haarpflege
  • und heilend. (Die Leute bei LOST haben sich sogar damit die Zähne geputzt.)

Das liegt an den zahlreichen Wirkstoffen im Inneren der Aloe. Sogar von antibiotischer Wirkung ist die Rede.* Enthalten sind die Vitamine A, B1, B2, B3, B6, B9, B12, Vitamin C, Vitamin E und Cholin**, Mineralstoffen und Enzymen und und und.

Aloe Vera wird in zahlreichen Produkten verwendet. Ob bei Nivea oder Lush – in die Incis verirrt sich die Aloe Barbadensis häufig. Warum also nicht gleich direkt pur verwenden? Ich habe über die Jahre immer mal wieder unterschiedliche Aloe-Produkte verwendet, bin aber mit keinem so zufrieden wie mit diesem hier, weil ich diese wässrige Konsistenz am liebsten mag: Sie klebt null.

 

Wofür nimmt man Aloe Vera her?

Gesicht

Vorab: Meine Haut ist eine empfindliche Mischhaut, die nicht viel Pflege braucht, aber bei der falschen sofort böse loszickt. Im Sommer reicht mir diese Aloe Vera als einziges Produkt. Sie bewirkt außer glatte, feuchtigkeitsdurchpumpte Haut keine Zaubermittel – löst aber auch keine Skandale aus.

Die Anwendung? Wie Creme: Ein bisschen Aloe die Hand schütten, verreiben, aufs Gesicht drücken, leicht einmassieren, fertig. Wer in den Pumpspender investiert hat, sprüht sich ein und presst danach die kurz aneinander geriebenen und so aufgewärmten Handflächen auf die Haut. Ich bilde mir ein, dass Wirkstoffe so noch besser einziehen können.

Wer trockene Haut hat, könnte die Aloe als zusätzliches Serum zur üblichen Pflege verwenden. Ich würde aber auch Euch empfehlen, es auch mal pur zu versuchen. Oft meint man ja, aus Gewohnheit möglichst viel verwenden zu müssen, dabei würde weniger auch schon reichen.

Jetzt im Winter mische ich häufig ein paar Tropfen Mandelöl hinzu. Die leichte Emulsion zieht immer noch genügend schnell ein und beschwert nicht. Aber zugegeben: Bei krassen Temperaturen oder wenn die Haut total ausgehungert ist, reicht selbst diese Mischung als alleinige Pflege nicht mehr aus. Da greife ich doch wieder zur üblichen Creme.

Übrigens: Aloe Vera ist auch ein prima After-Shave. Aber bitte, bitte lasst Euren Bart dran, wenn Ihr schon einen habt! Ihr könntet die Aloe stattdessen prima zur Bartpflege verwenden.

Was passiert? Die Haut wird mit Feuchtigkeit vollgepumpt und fühlt sich entsprechend gut an. Die Aloe zieht ruckzuck ein, es gibt keinen Okklusions-Effekt, die Haut kann weiter „atmen“. Wer Foundation verwendet, kann die problemlos darüber auftragen; vor allem die Mischung mit Mandelöl lässt sie sogar leichter verteilen.

Körper

Die Anwendung? Immer, wenn die Haut genervt ist: Nach dem Sonnenbad, Rasur oder Epilation. Die Aloe kann gerne pur aufgetragen oder für ein intensivere Pflege mit der üblichen Bodylotion gemischt werden.

Was passiert? Die Haut beruhigt sich sichtlich schnell, Rötungen und Reizungen verschwinden. Epilierte Haut sieht nicht tagelang nach gerupftem Hühnchen aus. Bei mir sind die roten Pünktchen nach 24 Stunden wieder weg.

Auch als Handpflege macht die Aloe einen guten Job – alleine oder unter der Handcreme aufgetragen.

 

Haare

Meine Haare sind lang, leicht gewellt – und die Längen trocken. Viele Pflegeprodukte sind mir zu schwer und machen den Ansatz platt und die Wellen glatt. Will ich beides nicht. Produkte aus der Drogerie überzeugen mich nur semi, in vielen ist Silikon enthalten, das ich aus diversen Gründen nicht verwenden will.

Die Anwendung? Nach dem Waschen oder auch einfach so mal zwischendrin, wenn ich Stroh auf dem Kopf spazieren trage,  verwende ich Aloe-Wasser als Leave-In: Die verwendete Menge entspricht einer flüssigen Erbse. Verreiben, in die Längen kneten, fertig. Als Kämm-Hilfe funktioniert die Aloe super, man kann sogar sich die Spülung sparen. Der Geruch verfliegt auch hier schnell. Für gereizte oder geschuppte Kopfhaut soll Aloe ebenfalls eine sinnvolle Option darstellen.

Was passiert? Ich war nach der ersten Anwendung überrascht, wie weich und seidig sich meine Haare anfühlen können. Und ein bisschen kühl, was ich als Indiz dafür nehme, dass genügend Feuchtigkeit im Haar eingeschlossen ist. Hat Rumpelstilzchen beim Spinnen Aloe beigemischt? Das Beste: Die Aloe Vera bringt die Wellen zum Vorschein. Tadaa! Vermutlich ist das individuell davon abhängig, ob dem Haar Feuchtigkeit oder Fett fehlt.

Superduperspezialtipp! Die beste Haarkur erhaltet Ihr mit folgender Mischung:

  • 1 Teil Bio-Aloe Vera
  • 1 Teil Bio-Honig
  • 4 Teile Spülung (getestet und für gut befunden: Sante Brilliant Care)

Honig pusht das Ganze nochmal um Aminosäuren und weitere Mineralstoffe. Ich will diese aber nicht alle aufzählen, sonst stiehlt er der Aloe noch die Show.

Wimpern

Wimpernseren werden seit einiger Zeit stark gehypt: 2016 sollen Wimpern ja die neuen Brauen sein. (Blaaa!) Und wer hätte nicht gerne längere, vollere, tollere Wimpern? Ich denke nicht, dass ein Mittelchen von außen da etwas bringen kann, war aber neugierig und dachte: Wenn in den meisten Produkten Aloe enthalten ist, warum dann nicht gleich pur?

Was passiert? Die Wimpern wirken bereits nach einer Woche ein bisschen länger. Einbilden kann man sich aber immer viel 😉 Geschmeidiger waren sie auf jeden Fall, und nach der Strapaze vom Abschminken wird dieses Quentchen Pflege so verkehrt nicht sein. Da ich nicht weiß, wie super Aloe am Auge tatsächlich ist (schlimmer als die Wimpernseren wird es aber wohl kaum sein) und ich wegen meiner hellen Spitzen ohnehin tuschen muss,  habe ich mit dieser Art der Verwendung wieder aufgehört. Ich brauch ja genügend Aloe für den wichtigeren Rest!

 

Fazit

Ich könnte regelmäßig meine Aloe Vera Pflanze rupfen, aber dafür hab ich sie zu gern und abgesehen davon soll man eine nicht-Bio-Pflanze ohnehin nicht unbedingt für die Körperpflege verwenden – wer weiß, womit die nicht alles behandelt wurde.

Zudem glitscht und glibbert frisches Aloe Vera-Gel wie alles mögliche, nur nicht wie Gesichtspflege, und macht ein ekliges Lifting-Gefühl. Wie praktisch, dass die Leute von Organics die wässrige Variante anbieten! Zugegeben: Einfach zu handhaben ist dieses Wässerchen nicht; wer sich eine Emulsion mit Öl anmischen will, braucht ein paar Sekunden länger im Bad. Aber dafür kann er sich dann sicher sein, dass nur zwei Wirkstoffe enthalten sind.

Falsch machen kann man mit diesem Fläschchen wohl kaum etwas: Es ist für vieles und so ziemlich jeden verwendbar und ist Feuchtigkeitspflege in der ursprünglichsten Form.

 

Der würdige  Nachfolger

Das tolle Gel von Aubrey Organics war zwischenzeitlich wegen Lieferengpässen/Umfirmierung (?) nicht zu bestellen. Ich habe in der Zwischenzeit das von Amara Organics UK probiert. Und das ist eben so gut! Es fühlt sich im ersten Moment ein bisschen rutschiger an, so wie sich die Haut nach dem Einseifen anfühlt. Dieser Effekt geht aber nach wenigen Sekunden vorbei.

 

 

 


Aubrey Organics Aloe Vera Gel, 118 ml
INCIS: Aloe barbadensis (aloe) leaf juice*, aqua#, leuconostoc/radish root ferment filtrate, cyamopsis tetragonoloba (guar) gum*, citric acid.

*aus kontrolliert biologischem Anbau.
#Das Produkt enthält weniger als 1% Wasser, welches Bestandteil des Radieschenwurzel-Ferment-Filtrates ist // Angaben von Aubrey Organics.

 

Auch wenn ich hier so explizit von einem Produkt schwärme, ist dieser Artikel nicht gesponsort und nichts. Wo Ihr es kaufen könnt, verrät Euch Big G.

 

Quellen:

www.aloe-vera.net/aloe-vera-inhaltsstoffe
**www.100-gesundheitstipps.de/aloe-vera-pflanze-wirkung-anwendung.html

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