Man soll ja nie etwas ankündigen, das man nicht hält. Das gilt für jeden, ganz besonders Eltern – und Blogger. Am Freitag tönte ich noch laut auf Twitter herum, dass ein Artikel in der Kategorie „Auxkvisit Hasst/Liebt“ am Wochenende online geht. Tut er jetzt natürlich nicht, sonst wäre es unnötig, mit diesem Eingeständnis zu beginnen. Um ein bisschen Buße zu tun, wage ich mich an ein beliebtes Lifestyle-Blogger-Ding: Den Wochenrückblick. Lust drauf? Ich hab’s mal!

Achtung: Diesmal etwas sehr mädchenmäßig. Abgesehen von der blöden Einkommensteuererklärung geht es um einen neuen Lebensmittel-Laden, Nagellack, meine Jeansjacke, eine supertolle Band, doofe neue Schuhe für eine Hochzeit und ein Oversize-Hemd, das kreativ machen soll – oder so.

 

Neuentdeckung der Woche: Ruta Natur

Als ich am Dienstag – wie immer auf den letzten Drücker – Richtung Finanzamt marschierte, um meine Steuer abzugeben, entdeckte ich den neuen, noch nicht eröffneten Laden Ruta Natur: Hier wird es ab Sommer (was immer das genau heißen mag) unverpackte Sachen geben. In München gibt es bereits den Ohne-Laden und in Stuttgart Schüttgut. Freut mich sehr, dass es dieses nachhaltige und entschleunigende Konzept nun auch nach Augsburg geschafft hat. Ihr findet ihn in der Prinzregentenstraße.

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Kommt bald: Ruta Natur in der Prinzregentenstraße

 

 

Wieder entdeckt: Essie Watermelon & die Jeansjacke

Der Modular-Lack wurde von Watermelon von Essie abgelöst. Ich halte Markenprodukte nicht automatisch für die besseren Produkte, aber die reflektieren das Licht schöner und halten besser, also eineinhalb Tage anstatt nur einen. Der Rot-Pink-Ton ist schon fast Neon und hebt sich schön ab, wenn man blass ist und sonst viel Schwarz trägt. (Warum ich da eine Obsession habe, erzählte ich bereits hier.) 

Übrigens: Mit Dirty Dancing habe ich es so gar nicht, aber wie kann man bitte nicht an dieses Zitat denken, wenn man mit einer Wassermelone durch Auxburgs Innenstadt läuft? (Das rechte Bild ist schon was länger her, in dieser Woche hatte ich es vor allem mit Him- und Erdbeeren.)

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Von meiner Jeansjacke, in die ich mich wieder neu verliebt habe, weil es die erste in meinem Leben überhaupt ist, habe ich kein adäquates Bild. Ist aber egal, weil es eine ganz normale, kurze Jeansjacke ist. H&M ist so freundlich und hat sie immer noch im Sortiment; es ist diese hier. Perfekt zu sonst schwarzen Outfits, damit es nicht zu düster/schickimicki wird und zu Kleidern eh. Und zu Melonnennägeln, natürlich!

(Natürlich haben auch nachhaltige Labels Jeansjacken.  Und ONIMOS sicher auch!)

 

Für mich neu entdeckt: Rue Royale

Im „Mix der Woche“ bei Spotify tauchen häufig Songs oft, die in mir sofort etwas zum klingen bringen. So passierte es auch mit Rue Royale: Mein Mund klappte dreimal in Folge nach unten. Erst wegen der harmonischen Gitarrenakkorde, reduziert und melancholisch, sie erinnern ein wenig an Jose Gonzalez. Dann eine Wow-Stimme, und bei genauerem Hinhören noch eine: Hier sing nämlich ein Duo, Ehepaar Ruth und Brookln Dekker, und das so harmonisch und sanft, dass es der perfekte Soundtrack fürs Kochen, Essen, Aufräumen, Bloggen, Spazieren gehen, Knutschen, Gin Tonic trinken, ja vermutlich sogar zum Sterben ist.

 

Wochenend-Thema: Ein blödes Paar Schuhe suchen, das falsche finden und dann noch ein Hemd kaufen.

Weil ich für eine Hochzeit (Erwartungshorizont: Enorm, denn sie wird eine lässige im Allgäu) demnächst Schuhe brauche, verbrachte ich Freitag Nachmittag in unterschiedlichen Läden. Es sollte also etwas Hübsches, Feierliches aber auch Rasen-und-Waldboden-taugliches werden. Wegen letzterem fallen meine besten Pumps raus. Es muss also etwas Neues her.

Nun hasse ich Schuhe kaufen enorm, obwohl ich Schuhe an sich durchaus mag: In Auxburgs Innenstadt komme ich mit keinem Laden klar. Entweder ist alles aus Plastik oder omamäßig oder komisch oder alles auf einmal. Vielleicht ist auch einfach mein Schuhgeschmack komisch, weil ich am liebsten nur bei Frye kaufen würde. Oder Dico Copenhagen oder Vagabond.  Am ehesten finde ich noch etwas bei Bartu, aber wer will schon freiwillig am Wochenende in die City Galerie?

Bleibt also nur der Gang in die Hölle: Schuh Schmid, heimlicher Slogan „die absolute Reiz- und Produktüberflutung“. Aber anscheinend braucht irgendjemand fünf Meter lange Regale mit vier Etagen, nur mit Ballerinas und Ballerina-Ähnlichen, nur in Schwarz – und alle nur in 38! Multipliziert das mit anderen Schuhformen, -größen und Farben …

Könnt Ihr wieder?

Ich nicht. Freitag erst recht nicht, weil es da drinnen stickend schwül wurde. Ich probierte es mit schwarzen Lackballerinas (würden zu allem passen; drückten aber), einem phantastisch pornös glitzernden Paar mit Keil (rutschten beim Gehen von selbst vom Fuß), Plateau-Klötzen in Nude und …

Ich hätte in meiner Verzweiflung alles gekauft, wenn es nur schön und bequem gewesen wäre. Nach gefühlt drei Stunden des Suchens, Schwüle-Schnaufens und von der Gewalt des Angebots total platt, war ich der felsenfesten Meinung, meine Pein nur noch mit einem glitzernden Paar Sandalen lösen zu können, die aussehen, als hätte ein Öko-Freak seine Birkenstocks mit Leim beschmiert und in eine Piraten-Schatzkiste getaucht. Wenn alle Stricke reißen, fege ich eben damit übers Hochzeitsparkett und breche mir damit wenigstens keine Knöchel. In jedem Fall werden sie zu Augsburgs Feiereien auf Kopfsteinpflaster passen – das Festival der Kulturen ist ja auch bald wieder!

Das perfekte Paar schlicht-schwarzer hohe Hacken entdeckte ich schließlich bei TK MAXX. Sie waren schön, bequem – und am nächsten Tag weg. Das Karma haute mir nun eines in die Fresse: Als ich das letzte Mal dort Schuhe kaufen wollte, aber eben nicht am selben Tag, versteckte den rechten Schuh bei Größe 42 und den linken bei 36. Also suchte ich vorsichtshalber nach meinen perfekten Schühchens bei allen Größen. Dreimal. Aber nüscht. Sie waren weg.

Aber sehr viel anderes Zeug war ja noch da. Also habe ich nun ein riiiiiesiges Hemd an meiner Schranktür hängen, an dem neue Errungenschaften bei mir immer erst mal landen und mich mit ihrer puren Anwesenheit erfreuen: Haptik und Qualität sind einfach umwerfend. Ich freue mich schon sehr darauf, das Ding einfach über den Bikini werfen zu können. Abgesehen davon musste ich bei dem Teil sofort an Karl Lagerfeld denken, der in einem Interview mal gesagt hat, dass er den ganzen Tag im Nachthemd herumläuft, wenn er kreativ ist. Also wollte ich dieses Hemd haben. Dann klappt es bestimmt auch mit dem Blogartikel, den ich eigentlich vor hatte. Nur leider ist es momentan für Bikini & Hemd noch viel zu kalt. Sommer: Mein melonenfarbiger Mittelfinger!

 

Der Abschluss & ein paar Fragen an Euch

Wollt Ihr sowas lesen? Ich mache mich gleich zurück zu meinem momentanen Buch: Körpersprache von Navarro.

Interessiert Euch so ein Alltags-Laberlaber-Blabla? Nächstes Mal garantiert mit weniger Shopping-Gelaber, weil ich das ja nicht ständig tue? Oder wartet Ihr lieber den nächsten „richtigen“ Artikel ab und nehmt dafür lieber eine wochenlange Lücke in Kauf?
Sonst würde ich mir vielleicht angewöhnen, so einen Rückblick öfter mal zu machen. Öfter. Nicht immer. Man soll doch nichts versprechen, das man nicht halten kann.

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2 comments

Antworten

Ich mag solche Wochenrückblicke! Bitte mehr davon 🙂 ich bin aber eh ein Fan von sehr persönlichen Blogartikeln 😉

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Warum nicht, mich überrascht das gute Feedback 😉 Ob ich konsequent genug sein werde, wird sich zeigen!

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