Ihr wollt mehr Wochenrückblicke? Bitteschön! Dass der letzte (und erste) so gut ankam, hat mich doch ordentlich überrascht. Also, um ein schönes altes Wort zu nutzen: Wohlan!

Das High/Down-light der Woche gleich zu Beginn

Montag Abend attackierte mich ein Mops. Ich denke, es war ein Mops. Wenn ich nach „Hund, klein, braun, zerknautscht, schwer atmend und mit unfassbarem Speichelfluss“ google, finde ich leider auch nichts Genaueres dazu heraus. Sagen wir es mal so: Schön war er nicht gerade. Wenigstens kam die Attacke wohl nur zustande, weil er mich mochte (?): Er schoss, so gut es seine kurzen, krummen O-Beinchen zuließen, auf mich zu. Just in den Tagen las ich „Menschen lesen“ von Navarro, der besagt, dass Raubtiere von einem oftmals ablassen, wenn man stocksteif stehen bleibt. Man wird für sie damit quasi unsichtbar wird. Nun ist ein Mops bzw. etwas Mops-Ähnliches leider kein Raubtier: Er sprang an mir hoch, speichelte meine schwarze Hose ein, dass ich es sofort nasslauwarm am Oberschenkel spürte. Die Besitzerin, mit der lose baumelnden Leine in der Hand (na immerhin besitzt sie eine) lachte vergnügt. „Meint der das jetzt gut oder schlecht?“ brachte ich nur heraus. Wie zur Antwort rieb Fast-Mops seinen hartknochigen Schädel an meiner Wade. Sie zogen weiter und ich zuhause sofort meine Hose aus.

An diesem Morgen hatte ich den Beschluss gefasst, mit einer Meditationsübung nur Gutes an diesem Tag an mich heranzulassen. Wie will man so ein kurzhaariges Knäuel voller Liebe also aufhalten? Ich habe diese Übung seitdem lieber nicht mehr gemacht.

 

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Der/die/das auxkvisiteste … der Woche

Film: Drecksau

Der Inhalt ist kurz erzählt und nicht so wichtig: Schottland. Ein Polizist kämpft um seine Beförderung mit vollstem Ellbogen-Einsatz und durchweg dreckigen Methoden. Umso spannender, als klar wird, dass seine Frau Zeugin im aktuellsten Fall ist – wovon bislang aber niemand weiß. Um die Krimi-Handlung als solche geht es auch weniger, sondern um die krassen, kranken Charaktere; sie werden so nah gezeigt, dass man für jeden Sympathie entwickeln kann, egal wie kaputt er auch ist (ich mag Antihelden aber eh immer lieber als glatte Schnösel). Zudem erhält Drecksau einige sehr spannende Wendungen, die der sonst so schwarzen Komödie Tiefgang verleihen.

Die coole Inszenierung hat ihre ganz eigene charmant-schraddelige Ästhetik. Trainspotting lässt grüßen! Mit dabei: James McAvoy, Jamie Bell, Jim Broadbent. Und ich liebe das Filmplakat. Den Trailer finde ich unnötig provokativ zusammengeschnitten, geht lieber gleich direkt auf die offizielle Film-Seite mit mehreren Filmschnippseln. FSK 16, vorsichtshalber gesagt.

 

Musik: Jamie XX – In Colour

Jamie XX macht alleine fast noch bessere Musik als mit The XX zusammen. Oder eben: Andere. The XX ist auch prima, aber manchmal ein bisschen zu ruhig, zu melancholisch. Jamie XX ist da doch überraschend optimistischer!

Der erste Song „Gosh“ wirkt aber nur so richtig mit Kopfhörern: Ich saß in den ersten Sekunden hundertpro mit dem intelligenten Gesichtsausdruck der OMG-Cat da. WHAT?!? Das massiert ja die Haarwurzeln von innen, so wummst der Bass! Langweilig wird das Album nie, es ist so bunt wie sein Titel. Mal mischt Romys Stimme von The XX mit, mal Steeldrums. Insgesamt also: Sehr viel Bass, sehr experimentell und elektronisch, aber durchweg eingängig. „Bunt wie ein Sommercocktail“ könnte man es werbesprech-kitschig bezeichnen. Einzig „I know there’s gonna be (good times)“ fällt doch sehr raus und lässt mich an Autofahrmucke denken. Isch abe aber kein Auto.
Auxkvisite Anspieltipps: Gosh, Hold Tight, Girl … ach, alles „I know …“

 

Sachbuch: „Menschen lesen“ von Joe Navarro

Körpersprache interessiert mich schon immer. Bereits als Teenie las ich Desmond Morris und Samy Molcho. Zeit für ein kleines Update und aktuelles Buch zu dem Thema! Joe Navarro war lange beim FBI und ist daher ein Meister im Entschlüsseln der Körpersprache. Sein Buch „Menschen lesen“ ist verständlich und amüsant geschrieben.

Er erklärt zudem sehr schön von der Pike auf, warum wir wann wie reagieren und welche Rolle das limbische System dabei spielt. Solche Herangehensweisen bevorzuge ich: Ich will keine Sprache lernen, indem ich Sätze wie „Ich möchte ein Brot kaufen“ auswendig lerne, sondern ich will „kaufen“ konjugieren und auch lernen, was „Semmel“ heißt. Genau so geht Navarro vor – von den Füßen bis zum Gesicht. Schön: Zum Ende jedes Kapitels gibt es eine kleine Zusammenfassung. Leider bleibt vieles aber doch unerwähnt, das Buch könnte gerne gerne doppelt so dick und ausführlich sein.

Andere Leute kann ich wegen des Buchs jetzt nicht besser durchschauen. Das wäre ja auch vermessen; es macht mir aber noch mehr Spaß, sie (oh bitte lass es dezent genug sein) zu beobachten. Wen ich jetzt aber deutlich besser verstehe: Mich selbst: Ich kann dem Date nur immer ganz kurz in die Augen gucken? Dann ist es vielleicht weniger Nervosität als vielmehr schon die wortwörtliche Abneigung, die ich auf körperlicher Ebene schneller spüre, als sie mein Verstand zulässt. Am wenigsten beeinflussbar und deswegen am „verräterischsten“ sind übrigens die Füße! Das wissen wir ja eigentlich schon, seit „New Girl“. Wir erinnern uns an die Szene, als Jess im Supermarkt dreimal um Nick herumläuft und halb verzweifelt, weil er sich ihr immer mit dem ganzen Körper inklusive Füße nachdreht. Steht er etwa auf sie?!? Wohin die Füße zeigen, verrät, wohin wir wollen – oder eben was oder wen.

Joe Navarro: Menschen lesen: Ein FBI-Agent erklärt, wie man Körpersprache entschlüsselt
mvg-Verlag; 16,95 Euro

 

 

Roman: „Der Distelfink“ von Donna Tartt

Da ich an diesem Tausend-Seiten-Oschi schon über ein halbes Jahr lese, ist es eher ein KW1-23-Ding. Zweifelsohne ein grandioses Buch: Enorm detailverliebt in Beschreibung und exzellent in der Sprache. Trotzdem/Deswegen war es ab einem gewissen Punkt für mich nur noch eine Qual. Zu intensiv, too much, und eben ein Thriller und kein Ponyhof. (Nein, ich lese nicht nur liebliche Romane, aber ich muss nicht en Detail lesen, aus welchem Ende einer Leiche welches Blut in welchem Rotton in welcher Geschwindigkeit entfließt.)

Dabei hat mich die Geschichte um Theo Decker gleich fasziniert. Die ersten hundert Seiten habe ich verschlungen wie andere einen Royal TS, also in gefühlt drei Sekunden. Aber wegen dieser Intensität, mit der Donna Tartt schreibt, wurde es mir stellenweise schnell zu viel. Theo, Kunstdieb wider Willen, stürzt enorm ab – und Donna Tartt nimmt den Leser dabei schonungslos mit. Dieses Buch liest sich wie ein bildgewaltiger Thriller im Kunst-Milieu, das gesamte Setting sehe ich immer noch ganz genau vor mir. Ich bin absoluter Hobie-Fan – wer nicht? Selten war ich aber so erleichtert, als ich mit einem Roman zu Ende war. Jetzt habe ich wieder Lust auf einen Österreicher – die Kurzgeschichten von David Schalko liegen schon bereit!

Donna Tartt: Der Distelfink
Goldmann Verlag; 12,99 Euro

 

Auxkvisiter Kleinkram

Das Hafershampoo von Weleda macht richtig schöne Pferdehaare: Voluminös, griffig, fest. Für Naturkosmetik riecht es überraschend angenehm, einfach frisch und mild und nicht „typisch ökig“. Leider fettet der Ansatz damit schneller oder überhaupt mal nach – vielleicht aber auch nur ein Zeichen, dass sich die Kopfhaut umstellen muss, weil sie nicht mehr mit scharfen Tensiden drangsaliert wird. Aber wenn man mal erlebt hat, welch flauschig-feste, wellige Mähne das macht, will man nicht mehr mit einem üblichen Drogerieshampoo waschen!

Und ich bin recht glücklich sagen zu können, dass ich die „Fit in 4 Wochen“ Yoga-Pilates-Serie durchgehalten habe! Wenn man nur regelmäßig dranbleibt, bekommt man wieder richtig Lust auf Bewegung. Oft saß ich in der Arbeit und habe mich den ganzen Tag schon auf die Yoga-Einheit gefreut. Und das mir Faultier (trotz Motivations-Artikel, ich gestehe!). Deswegen muss ich jetzt auch sofort aufhören, um da wieder mitmachen zu können. Es macht einfach zu viel Spaß, wenn man bemerkt, dass man die Übungen von Woche zu Woche müheloser halten kann oder den Haxen noch höher bekommt. Wenn mich das nächste Mal ein Hund anpinkeln will, kann ich zurück … oder so.

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2 comments

Antworten

au wei, deine Mops-Story liest sich genauso wie ich sie empfinden würde: ihhh Hundespeichel, ich muss duschen und zur Wäsche fahren. tut mir ja Leid für alle „der will doch nur spielen“-Hundeliebhaber und -Halter, aber nein ich mag Hunde wirklich nur, wenn sie lieb aussehen, die Schnauze halten und mich wenn möglich nicht berühren 😉

das Weleda-Haferschampoo fasse ich jetzt als absoluten Tipp auf! danke dafür, ich brauche dringend wieder etwas Volumen für die Haare 🙂

❤ Tina
https://liebewasist.wordpress.com/
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Hehe, so ist es 😉 Lieber lasse ich mich von einer Katze dreimal beißen und kratzen als einmal von einem Hund abschlecken. Auch wenn er es „nur nett meint“. Ist einfach vieeeel zu nass, das sehen wir wohl beide so 😀

Viel Spaß mit dem Weleda-Experiment, wenn Du Dich drauf einlässt! Bei Rezensionen scheint es nur Liebe oder Hass zu geben.

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