Ein Trend peitscht dieses Jahr besonders laut durch Instagram, Youtube und Co: Das Bulletjournal. Auch liebevoll Bujo genannt, bulletjournalten die Bulletjournaler ihre Bulletjournals voll. WHAT? Na, sie machten ihr Notizbuch-Kalender selber. Ganz schön viel Aufmerksamkeit für ein eigentlich so unauffälliges Teil. Doch halt: In einem Bulletjournal wird mit größter Detailverliebtheit handgelettert, gezeichnet und ganz wunderschön ordentlich jeder einzelne Tagespunkt eingetragen. Das sieht geil aus – auch wenn am Schluss alle Bullet Journals gleich geil aussehen. Dabei war das Bujo ursprünglich dafür gedacht, ein ganz individuelles und ja, auch schlichtes Buch zu sein, das einem im Alltag hilft.

Als jemand, der gerne zeichnet und von Notizbüchern und Schreibwarenläden nie genug bekommt, konnte mich diesem Trend unmöglich entziehen. Noch spannender fand ich das Ganze, als ich mich genauer zu informieren begann: Begibt man sich zu den Wurzeln des Bulletjournalings, geht es nämlich in erster Linie darum, seinen Alltag besser zu strukturieren – und damit letztlich sich selbst. Welch traumhaftes Versprechen für Chaoten wie mich! Hat mein Bujo aus mir nun eine ordentliche Fee gemacht? Es folgt: die auxkvisite Bulletjournal Erfahrung.

Die Ursprünge des Bulletjournals

Ryder Carroll, Produktdesigner aus New York, war mit sämtlichen Kalender- und Notizbuch-Systemen unzufrieden: Alles viel zu unflexibel. Am Schluss hat man doch tausend Postits quer über den Schreibtisch verteilt. Seine Idee: alles in einem Buch festhalten. Dafür hat er ein System entwickelt, mit dem man jedes strunznormale Notizbuch in ein Bullet Journal® verwandeln kann. Er hat sich den Begriff trademarken lassen. Was mittlerweile als Bulletjournal so groß Furore macht, ist aber weit weniger Ryders originäre Idee als ein Trend, den Youtuber- und Instagrammerinnen daraus gezaubert haben.

 

Das Bullet Journal® nach Ryder Carroll

Am wichtigsten ist der Index: Das Inhaltsverzeichnis ganz zu Beginn. Weil alle Inhalte vogelwild durchs Buch fliegen, macht ein Index durchaus Sinn. Dafür muss das Buch natürlich paginiert sein. Glücklich ist, wer ein Exemplar kauft, dessen Seiten schon durchnummeriert sind. Alle anderen haben jetzt 234 Minuten Fleißarbeit.

Danach ist eine Halbjahresübersicht sinnvoll, um jederzeit Termine in nächster Zukunft eintragen zu können. Ryder nennt das „Future Log“ und hält es so simpel wie nur möglich. Ich mag die Idee, weil ich selten ein Jahr im voraus plane.

Auch für die weiteren Monate empfiehlt Ryder schlichte Kalendarien: Er schreibt die Tage plus Wochentagkürzel einfach untereinander. Mehr braucht ein Kalender nicht.

Einzelne Tage werden nur dann eingetragen, wenn man etwas zu notieren hat. Das ist der riesige Vorteil vom Bulletjournal: Es geht kein Platz bzw. Papier verloren. Egal, wie regelmäßig man sein Bujo in die Hand nimmt, am Ende hat man ein prall gefülltes Buch. Dies empfinde ich als Fluch und Segen – mehr dazu in meinem Fazit.

Ein weiterer Vorteil: Egal welcher Monat momentan auch ist – man kann jederzeit mit seinem Bulletjournal starten.

Aber was trägt man nun alles ein und wie, wenn es nach Ryder Carroll geht?

Bulletjournal Beispiel
So könnte Ihr Bullet Journal aussehen.

 

Die Einträge im Bullet Journal

Ins Bujo kommt nur, was man braucht – nicht mehr und nicht weniger. Es fungiert eben als Notizbuch und Kalender. Alles, was Dich im gekauften Kalender nervt – internationale Kleidergrößen, come on! – kommt in dein Bulletjournal gar nicht erst rein. Im Gegenzug dazu kannst du in einem Bullet Journal endlich alles festhalten, wofür im vorgedruckten Kalender kein Platz ist: Alle Namens-Ideen für Deine zukünftige Katze, zum Beispiel.

Notizbuch

Als sogenannte Listen werden ganze Themenbereiche auf einer oder mehreren Seiten festgehalten. Das können Bücherlisten sein, Geburtstage oder geplante Reisen. Im Index wird notiert, wo sich was befindet. Dass das durchaus Sinn macht, merkt man, wenn man das Bujo ein paar Wochen länger benutzt und plötzlich doch nicht mehr alles so einfach findet.

 

Kalender

Neben das Monats-Kalendarium auf der linken Seite notiert man auf der rechten die monatlichen Aufgaben: Steuererklärung, die Oma anrufen oder die Winterreifen, was eben ohne fixen Termin in absehbarer Zeit erledigt werden soll. Was nicht geschafft wird, wandert zu den Aufgaben des nächsten Monats. Diesen setzt man am besten kurz vorm Monatsanfang auf. Es kann gut vorkommen, dass einige Aufgaben mittlerweile hinfällig sind. Umso besser: Durchstreichen, durchatmen, erledigt, done! Das Bujo hilft zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

Ähnlich sieht es mit den einzelnen Tages-Einträgen aus. Ryder hat ein simples System entwickelt, mit dem man auf einen Blick erkennt, was tagsüber los ist. Mit unterschiedlichen Bulletpoints (daher der Name „Bulletjournal“) werden unterschiedliche Kategorien gekennzeichnet:

  • Tasks (Aufgaben, To Do’s) bekommen einen Punkt. Sind sie erledigt, macht man daraus ein X. Verschiebt man sie, wird ein Pfeilchen daraus.
  • Events (Termine, Geburtstage …) bekommen einen Kringel. Hat man sie wahrgenommen, malt man ihn aus.
  • Notes (Ideen, Gedanken, schnelle Notizen …) werden einfach mit dem klassischen Spiegelstrich (Minus) gekennzeichnet.

Eintrag im Bulletjournal

Jeder kann seine Kategorien kennzeichnen, wie es ihm beliebt – wichtig ist nur, dabei konsequent zu sein. Zusätzlich habe ich alle Blog-spezifischen Themen mit meinem Bildzeichen markiert. Wer sich diese Paar Symbole tatsächlich nicht merken kann, legt sich einen Key an, eine Legende der verwendeten Zeichen. Eine Tatsache, über die ich nur staunen kann. Man soll mit dem Bulletjournal doch nicht sein komplettes Hirn auslagern!

Besonders wichtige Aufgaben und Termine kann man zusätzlich mit einem Sternchen versehen.

Nur was sich als unnötig erwiesen hat, wird komplett durchgestrichen. Das hat den riesigen Vorteil, dass man seine Einträge nachträglich noch entziffern kann.

Viel Gelaber, seht einfach selbst:

 

 

Wozu das Ganze?
Die Wirkung vom eigenen Bulletjournal

Nun geht es Ryder nicht nur darum, Termine und To Dos visuell zu organisieren: Das Bujo soll einen psychologischen Effekt haben. Durch das Bullet Journal lernt man zu differenzieren, was dringend und was wichtig ist. Wenn ein Task dreimal verschoben wird – ist es dann wirklich wichtig? Warum hat man es noch nicht erledigt? Das Bullet Journal will dazu einladen, Tag für Tag, Monat für Monat zu reflektieren, was einem wirklich wichtig ist.

Hinzu kommt: Was man niederschreibt, erledigt man auch eher. Schwarz auf Weiß wirkt eben verbindlicher. Zumindest bestenfalls. Mich haben irgendwann fünf unerledigte Sachen angestarrt, und ich habe mit einem Schulternzucken geantwortet.

Dazu gibt es eine 3-Sachen-pro-Tag-Regel: Mehr Aufgaben pro Tag überfordern einen schnell – erfahrungsgemäß kommt ja immer etwas zusätzlich oder dazwischen. Und es fühlt sich einfach besser an, wenn man alle drei Sachen an einem Tag abhaken kann, als wenn es nur Drei von Fünfen sind.

Vom „Ich muss ja noch …“ zum „Ich mach es einfach!“

Das Gute ist auch: Ist etwas erst mal auf Papier geschrieben, kann man sich wieder auf wichtigere Dinge konzentrieren. Das ewige „Ich muss noch …“ dreht nicht mehr seine Kreise im Kopf.

Das BuJo soll einem schlussendlich helfen, seine Aufgaben, Pläne und Ideen besser im Blick zu haben und damit mehr Ordnung und Struktur zu bekommen. Im Kopf – im Alltag – im Leben.

Bulletjournalling macht den Kopf frei!

 

 

„Ich kann kein Bulletjournal machen, ich kann nicht zeichnen und meine Handschrift ist scheiße!“

Sieht man die unzähligen Bulletjournals auf Youtube und Instagram, könnte man schnell dem Irrglauben verfallen, man müsste dafür Kalligraph und Illustrator sein. Diese Bujos sind kleine Kunstwerke: Sie sind ordentlich, wunderhübsch und vorzeigbar, als wären sie Prestige-Objekt. Wer das so sauber hinbekommt, kassiert viele Oooohs und Aaaahs.

Dabei hat das nur wenig mit der ursprünglichen Idee zu tun. In vielen Fällen führt es den minimalistischen Ansatz von Ryder Carroll sogar vollkommen ad absurdum. Der hatte sicher nicht den Hintergedanken, in das Layout einer Wochenübersicht eine Stunde Zeit zu investieren. Dafür, dass am Schluss der perfekt von Hand designte Wochenkalender herauskommt, den man auch in jeder stylischen Papeterie kaufen könnte.

Die „professionellen Bulletjournalerinnen“ führten in ihren Bujos ganz raffiniert mehrere Hypes zusammen: Handlettering, Washitapes und Filofaxing. Die waren alle vorher schon da – und jedes für sich der heißeste Scheiß und größte Trend. Alles zusammengeführt sieht mega-niedlich aus, und jeder schreit „Awwww, soooo cute!“.

Ist es ja auch. Aber ursprünglich sollte das Ding einfach sein und einfach funktionieren.

 

Meine Erfahrung mit dem Bulletjournal

Warum ich es mit dem Bullet Journal versuchen wollte? Eine Kollegin schwärmte davon und fixte latent an. Dann las ich in einem schlauen Coaching-Buch, es muss das von Veit Lindau gewesen sein:

„Wenn Du mit einer Sache erfolgreich sein willst / etwas erreichen willst, dann erledige jeden Tag dafür drei Sachen.“ Nur drei? Boooah, das müsste doch locker zu machen sein! Ich wollte gleich damit loslegen – in meinen kleinen A6-Kalender hatte das aber keinen Platz. Erst recht, als ich noch dazu jeden Abend notieren wollte, für was ich an diesem Tag dankbar bin. Wenn nun ohnehin ein neuer Kalender nötig war, warum nicht gleich etwas ganz Neues probieren?

Neues wenigstens zu versuchen macht mir einfach Spaß – auf die Gefahr hin, schnell einzuknicken und am Schluss doch wieder beim Gewohnten zu landen. Das passiert leider viel zu oft: Ich erinnere nur an den einwöchigen Verzicht auf Zucker und Weißmehl. Aber das Bujo klang zu verführerisch: Für mich Chaosmädchen sicher nicht so verkehrt. Und ich wollte einfach auch so ein hübsches Teil haben. So lange, bis ich die erste Seite so verhunzte, dass ich sie wütend herausriss.

Fuck. Schon wieder ein Fehler im Bulletjournal!

 

Die gängigen Bullet Journal Tools – worth the hype?

Musthave #1: Leuchtturm 1917 punktkariert in DIN A 5?

Die meisten Youtuberinnen verwenden das Dotted Leuchtturm in DIN  A 5. Ich zog also los und kaufte ein Moleskine dotted in DIN A6.

Meine Handschrift ist aber von der großen Sorte. Sobald ich anfing, eine Monatsübersicht auf eine Seite schreiben zu wollen – ich wollte es im Großen und Ganzen so schlicht wie Ryder halten –, kam ich in Bedrängnis. Jetzt noch irgendein cleveres Kalender-Tool mit dem Lineal aufmalen? Meinen Küchentisch zieren seitdem immer noch zarte Linien. Die Tinte suppte durchs Papier, und das eine Lesezeichen war einfach viel zu wenig, um mich im Alltag schnell zurecht zu finden. Alles Argumente, die für Leuchtturm 1917 sprechen, die lange von mir verschmähte Konkurrenz zu Moleskine. (Ick will das Original, ey!)

Mit einem blanko Notizbuch in DIN A 5 fiel ich ebenfalls auf die Schnauze: Es sieht zwar besser aus, wenn das Papier nicht von irgendeinem Raster reglementiert wird. Dafür wird aber jede handgezogene Linie krumm und schief. Also knickte ich ein, kaufte den allseits hoch gelobten Leuchtturm Dotted Din A 5 und war froh, als ich das letzte Exemplar in Augsburg erwischte. Wenigstens scheine ich nicht alleine Opfer von diesem Trend zu sein.

Musthave #2: Tombow?

Die mit Tombows aufgehübschten Youtube-Büchlein sehen einfach klasse aus. Das muss doch am verwendeten Stift liegen! Ich versuchte es und erkannte schnell, dass ihr einziger Vorteil darin liegt, nicht durchzusoßen. Wer viele unterschiedliche Filzstifte ausprobiert wird schnell merken, dass andere genau so gut sind. Kurz gesagt: Ich war immer ein Stabilo-Kind und werde es wohl immer bleiben.

In den ersten Tagen meines Lebens mit Bulletjournal war ich so oft bei Kutscher und Gehr wie in den vergangengen 15 Jahren nicht. Es musste ja auch der perfekte schwarze Fineliner gefunden werden! Der soll nicht zu doll durchscheinen, nicht aufreißen und muss dabei angenehm in der Hand liegen. Aber was hängt nun in meiner Stiftschlaufe? Der alte Lieblings-Kuli. Orrrrrh!

Sehr lieb gewonnen habe ich übrigens auch den fetten Pitt Artist Pen Big Brush. Den besitze ich seit meiner Postit-Aktion. Überkommt mich die Mädchenhaftigkeit, bekommt der fette Schriftzug mit Metallic-Lackstift Nieten. Mittlerweile coloriere ich nur noch mit Neonpink und zwei Grautönen. das muss reichen.

Bloggerin Miriam Lochner von Auxkvisit flippt im Schreibwarenladen aus
In Schreibwarenläden flippe ich immer dezent aus. Wie toll, wenn man sich für sein Bujo viele neue tolle Stifte kaufen MUSS – oder? Reichen etwa doch die Stifte, die man eh schon hat? Wie lame.

 

Meine Erfahrungen: Was mir mein Bulletjournal gebracht hat –
und wo es kläglich versagt.
(Also ich.)

In der ersten Phase meines Bulletjournalings ließ ich mich von Youtube blenden. Ich zeichnete eine Katze mit Schal für den Herbst, die schnippisch nach der To Do-Liste greift. Meine Güte, wie mega-originall-und-ach-so-ich! Lange überlegte ich, welche Gewohnheiten ich mit dem Habit Tracker sichtbar machen wollte.

Ich fühlte mich mir selbst überlegen. Als hätte ich auf einmal alles im Griff, nur weil ich es schriftlich festhalte.

In meinem ersten richtigen Bullet-Journal-Monat, es war August und ich hatte einen halben Baum Notizbücher für erste Versuche verbraucht, trug ich die Monatsaufgabe „Neuen Kühlschrank kaufen“ ein. Mein alter brummte so sehr und schepperte, dass ich fürchtete, das Ding könne mir jeden Moment um die Ohren fliegen. Vom Stromverbrauch gar nicht erst zu reden. Innerhalb weniger Tage hatte ich tatsächlich einen neuen. War an dieser überraschenden Zielstrebigkeit der Eintrag im Bullet Journal schuld? Immerhin funktionierte das nur einmal. Den Termin, das Fitnes rechtzeitig zu kündigen, habe ich mal wieder geflissentlich übersehen – obwohl es im Bujo stand …

Selbst simple Punkte wie „Abspülen“ und „Schlafzimmer aufräumen“ notierte ich anfangs als Tagesaufgaben und staunte nicht schlecht, als meine Wohnung ein paar Tage lang gleichbleibend ordentlich aussah. Dann wurde wieder anderes wichtig, ich hatte Urlaub, das Bulletjournal lag unbenutzt herum, und zack, war alles wie immer. Das Bujo macht vielleicht viel, aber es spült nicht für mich ab. Und mir ist es leider relativ egal, ob am Ende des Tages alle Punkte auf „unerledigt“ stehen. Dann ist das halt so, kann ich morgen ja noch machen! Ich bin einfach bujoresistent.

 

Bin ich doch mehr der Typ Weekly Notebook Diary/Planner?

Vielleicht bin ich doch mehr der Typ „Klassischer Kalender“. Was ich in meinen ganzen alten Moleskine-Kalendern so mag: Wenn ich sie Jahre später noch durchblättern kann und auf einen Blick sehe, was wann los war. Natürlich führt mir so ein Kalender auch schmerzlich vor Augen, wenn ich einige Wochen scheinbar gar nichts getan habe. Ups. In einem festen Kalendersystem sehe ich eben sofort: War ich aktiv oder passiv? Da verhilft mir ein Bujo viel zu leicht zum Selbstbetrug: Wenn ich nichts tue, fällt das nicht weiter auf. Den Habit-Tracker habe ich ja freiwillig ganz schnell gecancelt. Womöglich hätte ich ihn fleißiger ausgemalt, wäre eine Option „Faulenzen“ gewesen.

Vielleicht findet das Bulletjournaling auch deswegen auch so großen Anklang: Man kann sich damit einreden, ein wahnsinnig ausgefülltes Leben zu haben. Man sieht nur, was man gemacht hat und nicht, was nicht. Keine vorgedruckten Felder, die einen leer anstarren. Mit dem Kalender von Klarheit oder Ein guter Plan sähe das schon ganz anders aus …

Und dann braucht es einfach soooooo viel Zeit, sich sein Bulletjournal so superduper individuell aufzubauen! Bis ich weiß, welche Listen etc. ich überhaupt will und was die perfekte Darstellungsform für mich ist, vergeht viel Zeit.

Vielleicht kommt bei mir noch hinzu, dass ich im Beruf ja ohnehin ständig gestalte. Für den Blog auch. Da ist dann irgendwo auch mal wieder Schluss.

– Alles faule Ausrede? –

Was mich tröstet: Mir geht es nicht alleine so. Auch andere stehen dem Bulletjournal mittlerweile skeptisch gegenüber. Einige verweigern sich ebenfalls dem Niedlichkeits-Hype. Undine Almani hält ihren Eindruck amüsant in diesem herrlich nüchternen Video fest:

 

Fazit: Bullet Journal – worth the hype?

Auch wenn ich es für mich (noch) nicht sicher weiß, wie ich nun zum Phänomen Bullet Journal stehe, kann ich jedem nur raten, es mal zu versuchen. Alleine schon deswegen, um mit einem anderen Kalender mal frischen Wind in seinen Alltag zu bekommen.

Das schlichte System nach Carroll halte ich durchaus für sinnvoll, die liebevollen Illustrationen à la Youtube und markerschütternd professionell handgezeichneten Layouts auf Instagram jedoch für unnötigen Schnickschnack. Beineidenswerten, zugegeben. Das ist ein extra Hobby, für das man extra Zeit und Muße mitbringen muss. Ich bringe dafür langfristig nicht die Geduld auf.

Ein Bujo hilft tatsächlich ein wenig, strukturierter und organisierter zu werden. Aber dafür muss man es wohl vorher schon in den Grundzügen sein.

Ich bin mehr so der Typ, der sich Tag für Tag in sein Bulletjournal „Bulletjournal“ als Aufgabe eintragen müsste.

Das Meiste habe ich weiterhin im Kopf, das Dringende wandert in Wunderlist und das Wichtige wandert in meinen Kalender. Was wichtig und dringend ist, hängt als Post-it in meinem unmittelbaren Sichtfeld. Wenn ich das erledigt habe, kann ich es abreißen und zerknüllen, hah! Es verschafft mir viel mehr Befriedigung, ein Postit in den Papiermüll zu pfeffern, als nur irgendwo ein 5 mm-großes Kreuzchen machen zu können.

Passend zum neuen Jahr hole ich mir vielleicht wieder meinen altbewährten Moleskine Weekly mit links Kalender, rechts Notizen. Dann aber in A5, weil ich dank Bulletjournaling gelernt habe, dass mir das größere Format doch besser liegt. Und meine Bullets werde ich weiterhin mit Kringel, Dot und Minus eintragen. Ein bisschen was gebracht hat mir mein Bujo also schon. Sagen wir mal: Es ist 50/50 worth the hype.

Wie geht es Euch mit dem Bulletjournaling? Oder nehmt Ihr lieber den Werbekalender von der Sparkasse – oder doch das  Handy? Lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Bis denne

 

 

Illustrationen: © Miriam Lochner

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