Habt Ihr die Wochenrückblicke vermisst? Vielleicht nicht. Ich schon 😉 In letzter Zeit hätte es auch nicht unbedingt nichts zu berichten gegeben, aber die Blogbocklosigkeit ist immer noch ein halbwegs treuer Begleiter. Und ich könnte in letzter Zeit sehr viel schlafen, weil ich es nachts nicht so gut kann. Was dagegen einigermaßen gut hilft? Da wären wir gleich bei einem der ersten Punkte … 

Erzähl mir was!

Ich erzähl Euch jetzt was, was viele Leser nicht checken werden, weil sie dafür zu jung sind. Andere werden dafür bestimmt ein paar Nostalgie-Tränen verdrücken.

Als ich gestern mal wieder nicht einschlafen konnte, hatte ich den Geistesblitz, nach „Erzähl mir was“ auf Youtube zu suchen. Und tatsächlich, die haben sie! Und nein, ich schäme mich keinen Millimeter, das zu sagen: Wenn ich krank bin oder nicht schlafen kann, dann bin ich ganz schnell wieder 4 Jahre alt. Man reiche mir Kakao, einen Film von Disney oder ein Buch von Michael Ende oder Christine Nöstlinger! Oder eben Hörspiele.

„Erzähl mir was“ war eine Hörspiel- und Zeitschriften-Serie Ende der 1980er. Ende der 80er lebte ich in irgendeinem oberbayerischen Kuhkaff. Meine Schwester hingegen lebte sehr früh schon in München, in der Pfennigparade, einem Internat. Dort hatte sie auch viel besser sortierte Kiosks in der Nähe bzw. überhaupt welche. An einem Freitag Nachmittag kam sie mit einem geheimnisvollen „Ich hab da was ganz Tolles!“-Glanz in den Augen nach Hause: Ein Heft mit passender Kassette/eine Kassette mit passendem Heft mit vielen schönen Märchen. Wir wurden beide süchtig und stritten uns um den sorgfältig gepflegten Kassettenkoffer. Ich war im Vorteil, ihr beides zu entwenden. Sie sitzt im Rollstuhl, was keine Rolle spielt, außer, man will dem anderen was klauen. Da ist der, der es nicht tut, sowas von definitiv im Vorteil. Ein lautes „Maaaaama! Die Miriam hat …“ regelte aber immer alles, und „Erzähl mir was“ konnten wir uns ja aufteilen: Einer das Heft, einer die Kassette, oder beide hören und gleichzeitig gucken, und ich blätterte um.

Auf einem Band befanden sich unterschiedliche Märchen: Klassische wie Grimms Märchen, exotische, bekannte und absolut unbekannte. Zu jeder Kassette gab es das passende Heft, zum lesen und schön illustriert waren. Besonders geliebt habe ich natürlich Gobbolino, den Hexenkater. Ehrensache. Und die Stimme von Hans Paetsch. (Wer jetzt meint, er hätte den Kater gelesen – leider nicht.)

Gestern Nacht hatte ich also erst einen krassen 80er-Flashback, als die Titelmusik begann. Hans Paetsch und Maria Schell durften mich in den Schlaf lesen, hätte mich  nicht im Sekundentakt ein BINNNNGGG! wach gemacht. Meine müden Augen wurden vom Handyscreen geblendet, aber keine neue E-Mail. Merkwürdig. Bis ich mich erinnerte, dass das auf den Kassetten der Hinweiston dafür war, dass man da umblättern musste.

 

Dritte Person: eine kurze Filmkritik

Ein ganz wunderbarer Film, der mich wie kein anderer seit Langem berührt hat. Er ist verwirrend, weil die Perspektiven/Erzählstränge ständig wechseln. Ihn aufs erste mal vom Kopf her komplett fassen zu wollen, wäre da wohl etwas viel verlangt. Dafür ist er einfach auch viel zu raffiniert gemacht, wie sich die einzelnen Geschichten langsam ineinander verweben. Grob gesagt geht es um die Liebe und um den Einfluss, den eine (nicht zwingend anwesende) dritte Person dabei einnimmt. Und nein, die Rede ist weniger von Dreierbeziehungen als Beziehungs-Geflechte an sich. Zur Liebe gesellt sich daher schon bald Verzweiflung. Es ist also weniger eine Kino-Tritratullala-Ponyhof-Liebe, sondern eine, die sich, so abwegig wie sie teilweise auch erscheinen mag, doch real anfühlt und so scheiß echt, dass ich irgendwann heulend dasaß.

Die Besetzung ist formidabel: Liam Neeson, Olivia Wilde, Adrien Brody, Mila Kunis, James Franco, Kim Basinger. Regie und Drehbuch stammen von Pauls Haggis. Dritte Person spielt in Paris, Rom und New York. Das Setting ist schön, die Ausstattung ist schön, die Menschen sind schön. Und letztlich auch mit der Musik, die manchmal fast schon ein Hauch touch too much ist, geht Dritte Person enorm unter die Haut. Die Geschichten entwickeln sich über 137 Minuten. Nach der wievielten flennt  Ihr los? 😉

 

Satsumas are back in town!

Mir ist dieses Jahr echt fast die Lust auf Obst vergangen, weil es meistens nach nichts schmeckt. Egal, wo ich es gekauft habe. Versöhnt war ich erst, als es Ende des Sommers die besten Weintrauben überhaupt auf dem Stadtmarkt gab: Erdbeertrauben. Die genau so schmecken, wie sie heißen. Endlich Aroma! Für ganze zwei, drei Wochen. Yay.

Der Übergang von „keine Pfirsiche mehr“ zu „endlich Mandarinen“ ist jedes Jahr eine Qual. Jetzt sind meine liebsten Zitrusfrüchte endlich wieder da: Satsumas! Lassen sich am besten schälen und sind schön sauer. Das Körbchen bei Basic war schon ordentlich leergefegt und nach meinem Besuch noch mehr.

Fandet Ihr das Obst und Gemüse dieses Jahr auch so fad? Ich hatte nur einmal Tomaten, die nach Tomaten geschmeckt haben. Sehr förderlich, wenn man ein Appetitesser ist.

 

Das Geständnis

Wer jetzt meint, meine Pingeligkeit beim Obst wäre das Geständnis gewesen: Fehlanzeige.

Der Heulflash beim Film-gucken? Auch nicht.

Das mit den Hörkassetten? Natürlich nicht.

Ich bin wieder bei Tinder. Jajajaa, ich weiß, was ich gesagt habe. Aber dann ging auf einmal das WLAN daheim so, wie es gehen soll, endlich auch auf dem iPhone. Das war bislang nie kompatibel, weil mein Modem fast so alt war wie die echten Erzähl-mir-was-Kassetten daheim. Nachdem die Modem-Bindung dieses Jahr aufgehoben wurde, habe ich mir nun selbst eines besorgt. Und, tadaaa, es funktioniert!

– Ich muss mich kurz aufregen, weil mein Nachbar mal wieder geklingelt hat und behauptet, ich würde viel zu laut Musik hören. BUMM BUMM BUMM. Seine Freundin hat sich schon mal beklagt, das wäre every night, every night! Um ihm zu zeigen, wie leise meine Musik ist, habe ich ihn soeben mehrmals reingebeten. Will er aber nicht. Sondern sich weiter aufregen. Schlauerweise klingeln sie auch immer erst NACHDEM es „zu laut“ war.
Ja, ich hab nen Teufel. Achte aber wie der schlimmste Spießer ever darauf, die meiste Zeit außer mal tagsüber, wenn eh überall Halligalli ist, nicht über die Zimmerlautstärke von 60 Dezibel zu gehen, weil ich selbst weiß, wie scheiß hellhörig das Haus ist. Ich habe den Bass schon auf Null gestellt, nachdem sie das erste mal gemeckert haben und die eine Box auf einen blöden Hocker. Soll ich jetzt daheim immer mit Kopfhörer rumlaufen, oder was? Wenn ich am Rechner Filme gucke und da der Soundtrack scheißlaut wird, kann ich gar nicht so schnell leise stellen, wie ich es möchte.
Der Witz dabei ist: Sonst war ich immer „der Spießer“, der vom obersten Stockwerk durchs ganze Haus gelaufen ist, bis er den Übeltäter mit der Disko-Beschallung im Erdgeschuss ausfindig gemacht hat. Die schallte bis auf die Straße hinaus.
Was man nachts sonst noch alles durchhört? Es beginnt schon bei einem Niesen.
Sämtliche Tipps zu bezahlbaren 2-Zimmer-Wohnungen ab 45 qm, zentral, bezahlbar und mit Balkon (!), her zu mir. Ach ja, dünne Wände sollte das Haus nicht haben und am besten auch keinen einzigen Nachbarn. Zumindest keinen solchen.
Aber zurück. –

Ich wollte immer mal ohne Traffic-Limit tindern. Das strengt zwar den Schubs-Muskel noch mehr an, tatsächlich sind aber ein paar interessante Köpfe mehr dabei. Also einer auf 128, ich habe mitgezählt. Was draus wird? Wir werden sehen.

An dieser Stelle muss ich auch schon Schluss machen für heute, und mich gebührend über den Nachbarn aufregen. Vielleicht mache ich doch lieber wieder ein Hörspiel an. Laut genug, damit er auch was davon hat. (Also drei Pünktchen von links auf dem iPhone.)

Ich erzähl Euch demnächst wieder was!

 

(Diesmal nicht korrekturgelesen und sonst keine Bebilderung, kein Bock.)

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