Habt Ihr sie vermisst – die privateren Artikel hier? Dann könnt Ihr Euch diesmal auf etwas ultimativ Privates freuen. Heute bekommt Ihr neben dem üblichen Geschriebenen ein Video – yaaaaay! – und eine Stimmprobe. Ynnnnaynayyyyay?!

Das erste Mal beim Eishockey: Die Augsburger Panther gegen … ich hab’s schon wieder vergessen.

Ich bin kein großer Gewinner-Typ, was daran liegt, dass ich an Gewinnspielen gar nicht erst mitmache. Auf mich übt so etwas keinen Reiz aus. Das letzte Mal war ich ungefähr zehn: Das Magazin „FLOH“ verloste ein Fernglas, das man auch als Mikroskop nutzen konnte. Das Ding wollte ich haben. Ich machte mit, gewann es und inspizierte fasziniert tote Wespen.

Letzten Montag Abend loggte ich mich „mal eben noch schnell“ bei Facebook ein – und erhielt eine überraschende Nachricht. Der Absender: Die Stadtwerke. Ohne es zu wissen hatte ich an einem Gewinnspiel teilgenommen: Einmal irgendwo was kommentiert und schon gewonnen: VIP-Tickets für Eishockey. Beinahe hätte ich geschrieben „Danke, aber Eishockey interessiert mich nicht“. Das freundliche Monster auf meiner Schulter, das sich darum kümmert, mich regelmäßig aus der Komfortzone herauszuschubbsten, hielt meine Finger fest umschlossen. Mit der Nase tippte ich: „Danke, ich komme gerne.“ So weit musste ich dafür aus meiner Komfortzone gar nicht raus: Manchmal, wenn der Wind richtig gedreht hat, kann ich Spiele bis zu mir nach Hause hören. Zum Glück fliegt der Puck nicht so weit. Meine Begleitung war schnell gefunden: Ein Freund, der bei mir noch was gut hatte. Und der sich in Sachen Eishockey genau so gut auskennt wie ich.

Wir zwei unbeschriebene Blätter kamen beim Stadion an, und randvoll mit hingekritzelten Notizen inklusive Smileys kehrten wir zurück: Wie geil ist das denn bitte? Erstens haben wir uns ein bisschen in Eishockey verknallt: So schnell, und trotz – knall! bumm! bäng! – kräftigen, bisweilen aggressivem Spiel so … so elegant! Ich spüre jetzt noch den Schmerz bei der Erinnerung daran, wie die Spieler abwechselnd gegen den Rand geknallt sind. So doll, dass sogar mal eine Scheibe zu Bruch ging. Aber egal, wie oft es einen hingelegt hat – im Nullakommanichts stand er wieder, ach was, sauste.

 

Einmal so’n richtiger Wipp.

Als VIP genießt man besonderen Service: Mein vollbeladener Mittags-Teller war nur der Anfang. Ich kann jetzt super Knödel balancieren. An den Getränke-Kühlschränken darf man sich wie ein Zechpreller benehmen – oder lässt sich gleich einen Cocktail (ein)schenken. Weil es doch unerwartet kalt war, hatten wir irgendwann zwei Glühwein intus. Pro Person, natürlich. Unbeeindruckt von eventuellen Promillen: Eishockey hat was. Wenn die Stadtwerke wieder Tickets ausschreiben, mache ich das nächste mal wieder mit.

(Die Panther haben übrigens gegen Bremerhaven gespielt – und verloren.)

 

 

Sprechkurs im Sensemble / in der Kulturfabrik

Irgendwo, irgendwann habe ich es schon mal erwähnt, dass ich beim Schauspielkurs im Sensemble mitgemacht habe. Der findet immer einmal die Woche statt, ist unverbindlich (also ohne Aufführung) und ein riesiger Spaß: Sich austoben, spielen, aus sich rauskommen. Man sollte als Erwachsener viel häufiger spielen! Zu meiner persönlichen Entwicklung in den letzten Jahren hat er viel beigetragen. Das glückliche Monster auf meiner Schulter grinste nach diesen Stunden um 355°. (Den Rest braucht es für die Grübchen.)

Wir hatten dort auch „Sprech-Kurse“, wobei man zweistündige-Einheiten natürlich nur schlecht als solche bezeichnen kann. Aber wir, wir meinten es ernst mit den Korken im Mund. Ich hatte in die Lippen gebissen und Blut geleckt. Dieses Jahr wollte ich an dem intensiveren Sprech-Workshop teilnehmen. Mit sieben anderen Sprech-Willigen habe ich also gestern fleißig geübt, Schauspielerin Daniela Nering war unsere herausfordernde und einfühlsame Lehrerin. Warum wir mitmachen würden, welches Feedback wir bislang auf unser Sprechen erhalten hätten, wollte sie wissen. Ichsprecheimmerzuschnell. Na dann. Wir hatten gestern fast 8 Stunden Zeit, an unseren Problemchen zu feilen.

Der Boden bebte, als wir „Sepp“ sagenspringen sollten. Eine unschuldige Wand musste sich von uns anschreien lassen, sie wäre eine „SSAAAAUUU!“. Wir p-t-k-en und machten einen auf Darth Vader, alles zum Aufwärmen, wohlbemerkt. Mein hehres Ziel: Langsamer. Zu. Werden. Hier und da hat es geklappt, und wenn, staunten die anderen und ich am allermeisten. Zukünftig heißt es also: Sich Zeit nehmen. Atmen. Zeit lassen. Sprechen genieeeeeßen. Und piefkemäßig -ich sagen wo -ig steht, weil das für den Redefluss schöner ist. Richtich gehört, Augschburger, da müsst Ihr jetzt durch!

 

Was ich kennenlernen durfte &
was Ihr jetzt noch kennenlernt.

Das Schöne im Kurs war nicht nur, seine eigene Stimme kennenzulernen, sondern vor allem die anderen Menschen. Lasst uns nochmal ein Wwwwwwwarmgetränk zusammen trinken – mmmmmmh! Auch wenn ich als „Hausaufgabe: Rilke-Gedichte laut lesen“ bekommen habe, saß ich heute doch lieber am Ficken-Gedicht. Pardon, Fichten-Dickicht. Ihr wisst schon. Voilà also eine kurze auxkvisite Hörprobe, die sich von harmloser Landschaftsbeschreibung zu FSK 16 entwickelt. Immerhin sage ich diesmal nicht „Dicke ficken nicht“.

 

Der Originaltext lautet: „In einem dichten Fichten-Dickicht nicken dicke Fichten tüchtig.“

Ich habe gestern sogar ganz übermotiviert gleich noch einen ganzen Blog-Artikel eingelesen … in welchem Artikel das wohl ist? Sucht ruhig mal … 😉 So alt ist er nicht & hat mit Liebesdingen zu tun.

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2 comments

Antworten

hahaha… ich lach mit schlapp!!! das muss ich mal mit meinem Freund ausprobieren. Er ist Schwede, das wird ein Spaß!

Beim Auxburger Eishockey fällt mir nur ein: ‚Jetzt hau halt a mal gscheid nei, isch doch net dei Muada‘!!! 😀 😀 😀

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Huuuups, und noch ein Kommentar, der durchgerutscht ist. Sorry, Sternchen!

Hihi, wie hat sich Dein Freund geschlagen? 😉 Das wär ja mal was für die nächste IKEA-Werbung.

Du kannst besser Schwäbisch als ich jemals können werde 😀

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