Willst Du einen Gang zurück schalten und den Stress aus Deinem Alltag nehmen, kannst Du zwei Sachen machen: Spazieren gehen oder einen lieben Menschen knuddeln. Beides hilft in aufregenden Tagen wie diesen sehr. Aber auch an ruhigen Tagen ist beides empfehlenswert und tut der Seele* gut.

*Das Unsichtbare in uns, das Wärme braucht, damit es selbst warm und lebendig bleibt. 

 

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Spazieren

Der Vogel „Spatz“ hat mit Spazieren wenig zu tun – aber so kann man sich das Wort gut merken. Lass das „tz“ einfach weg! Du kannst Dir das „Tz, tz, tz!“ für andere Spaziergänger aufheben, die Dir mit Socken in Trekking-Sandalen entgegenkommen.

Das Wort „spazieren“ kommt vom Lateinischen „spatiari“ bzw. „spatium“ – der Raum. Beim Spazieren gehst Du bedächtig und langsam. Du genießt, was Du tust: Du schaust Dir z. B. aufmerksam Deine Umgebung an. Wenn Du stehen bleibst und Fotos machst, ist Dein Spaziergang schon mehr ein Instawalk* oder eine Fotosafari.

Fortgeschrittene Spaziergänger lächeln andere Leute freundlich an und kommen mit ihnen ins Gespräch. Manche Menschen nehmen ihren Hund beim Spazieren mit. Das heißt dann Gassi gehen.

Spazieren gehen ist ja so gesund! Wer zu kaputte Knie zum Laufen oder vergessen hat, dass er Laufen gehen will, so wie ich gerade, integriert genügend Spaziergänge in seinen Alltag. Das ist gut für den Kreislauf. Tatsächlich soll laut dem aktuellsten Flow-Magazin genügend Bewegung im Alltag viel wichtiger für die Gesundheit sein als regelmäßiger Sport (Laufen, Radfahren, Fitness …). („Herumwandern ist besser als Fitnessstudio“,  S. 124 f., Flow Nr. 19)

Spazieren gehen beruhigt außerdem den Geist: Wenn Du durch einen schönen Wald gehst oder an einem Bach entlang, bewertest Du die Bäume oder die Enten im Wasser ja nicht. Du nimmst sie einfach wahr. In diesen Zustand kommst Du sonst nur, wenn Du meditierst oder Dich lange Zeit in Achtsamkeit geübt hast. Spazieren gehen ist also Meditation in Bewegung. Am besten, Du suchst Dir dafür eine schöne Strecke mit viel Natur aus.

Manchmal ist es aber zu kalt zum Spazieren. Du kannst Dir dann eine dicke Jacke anziehen und zwei Paar Wollsocken in Deine Trekking-Sandalen und trotzdem rausgehen. Oder Du tust Dir und jemand Anderem etwas Gutes und knuddelst ihn.

 

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Knuddeln

Erinnerst Du Dich an Eisbär-Baby Knud Knut**? Herr Dörflein hat ihn groß gezogen. Die beiden mochten sich so sehr, als wären sie Vater und Sohn. Sie haben oft miteinander geknuddelt.

Wenn man jemanden sehr gerne mag, kann man ihn knuddeln. Das können auch Menschen tun, die nicht Knud heißen oder keinen Knud-Eisbären haben: Du umarmst und drückst jemanden sehr herzlich und packst ein bisschen fester an, als möchtest Du ihn nie wieder loslassen. Knuddeln ist Umarmen mit Bewegung: Du kannst dem Anderen den Rücken reiben oder ihn hin- und herwiegen. Du kannst kurz knuddeln – oder minutenlang. Da gibt es kein Limit. Außer, jemand läuft blau im Gesicht an. Dann solltest Du lieber loslassen.

Knuddeln ist nichts Sexuelles, sonst wäre das zwischen Knud und Herrn Dörflein echt merkwürdig gewesen. Jeder kann jeden knuddeln: Eltern ihre Kinder, Kinder mit ihren Teddybären, Geschwister untereinander, Tanten und Neffen, Onkel und Nichten, Tanten mit Onkeln, Freunde, Eisbären mit Eisbären oder auch Eisbären mit Katzen. Da gibt es keine Beschränkungen! Man sollte den anderen nur kennen und anfassen mögen.

Das Wort knuddeln klingt so lustig, dass es für 2016 viel zu uncool ist. Es stammt vielleicht aus dem Jiddischen: Da gibt es „Majn Kneijdl“ (Mein lieber Knödel) als Kosewort für sein Kind. Diese Herkunft ist aber unklar. Es ist ja auch nicht logisch, warum man sein Kind nach einem Essen benennen sollte. Es ist auch nicht klar, ob damit ein Kartoffelknödel oder Semmelknödel gemeint war. Vielleicht hat es mal eine Mutter zu ihrem Kind gesagt, das kugelrund war. Und es danach minutenlang geknuddelt. Du kannst aber auch zaundürre Menschen knuddeln. Pass nur auf, dass Du die filigranen Wesen nicht zerquetschst und hol Dir keine blauen Flecken!

Dass Knud und Herr Dörflein mittlerweile beide tot sind, hat nichts mit dem Knuddeln zu tun. Vielleicht hätten sie sogar noch mehr miteinander knuddeln müssen, weil Körperkontakt wichtig für unsere Gesundheit ist. Knuddeln mit Knud war aber sicher auch ein bisschen gefährlich, weil der kleine Eisbär ja auch ein ganz schöner Frechdachs sein konnte. Weißt Du, was ein Frechdachs ist?

 

*Es gibt übrigens tatsächlich endlich einen Instawalk in Augsburg! Den hat @exploring_auxburg von Instagram organisiert. Die Infos dazu findet Ihr bei der Grafik, die Euch bekannt vorkommen könnte, weil Ihr sie hier schon mal gesehen habt. Über diesen Doodle-Link könnt Ihr Euer Euch zum Instawalk anmelden.

**Man merkt, ich war nie großer Knut-Fan. Ich dachte, man hätte ihn tatsächlich Knud geschrieben. Ich kannte einen echten Knud (also so als Mensch) und war der felsenfesten Meinung, Knuds schröbe man immer mit „d“. Hamwerwiederwasgelernt!

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