Im Gegensatz zum letzten Donnerstag, an dem ich nur wilde Mutmaßungen über GNTM anstellen konnte, weil ich auf einem Konzert war, folgt diesmal die reine Wahrheit. Schön ist die leider immer noch nicht. Wir haben es immer noch mit einem Haufen sehr dünner und ja, selbst heute nach dem Umstyling immer noch sehr langhaariger, kaum zu unterscheidenden Mädchen zu tun. Heute kam heraus, wie hässlich die meisten davon sind. Wer aufs Umstyling gehofft hatte: Pech gehabt! Ein Riesengeheule gab es natürlich dennoch.

Das langweiligste GNTM Umstyling aller Zeiten

Ohne große Umschweife: Keine musste ihren üppigen Pferdeschwanz lassen. OKAY, eine noch eher unbekannten Namens trägt nun Bob und sieht jetzt aus wie Jodie Foster in jungen Jahren. Nein, wir haben heute kein spannendes Umstyling erlebt. Ein bisschen Strähnchen hier, ein paar Stufen da und gekappte Spitzen dort. Anscheinend hat keine ein genügend hübsches Gesicht, das man mit einem Kurzhaarschnitt betonen müsste. Lieber verbergen wir sie weiterhin hinter den langen Mähnen. Ist auch besser so, weil sich die Mädchen heute öfter mal als  Monster entpuppt haben. Aber mehr dazu gleich.

Die Haare bleiben fast alle auffällig lang und langweilig. Dicke Tränen fließen dennoch über babyspeckige Wangen. Einer, der schönen Helena, reicht es ganz: Sie geht. Dabei haut einer der Juroren noch den schlauen Spruch heraus, der, so oft man ihn gehört hat, doch seine Gültigkeit besitzt:

„Im Leben  bereust du nicht, was du gemacht hast, sondern, was du nicht gemacht hast.“

Rumgeheult wurde natürlich trotzdem und sogar von Menschenrechtsverletzung gesprochen. Dabei beherrschen die 20 Mädchen diese selbst doch par excellence: Sie dissen eine, Österreicherin Julia, die ganze Zeit – weil „die so ruhig ist“ und sich ständig abkapselt.

Kommt mal klar mit Introversion!

Julia spricht zart und leise. Sie hat den Blick meist Richtung Boden gesenkt. Dennoch hat sie allen anderen etwas voraus: Sie sieht am ehesten nach einem internationalen Model aus: Ein bisschen anders, besonders, nicht so typisch standard-hübsch. Sie hat sympathische Segelohren, die sie aber ständig in ihren langen dunklen Haaren versteckt. Ich bin mir sicher: Wenn sie es weiter schafft, schreien alle irgendwann begeistert, wie edgy, cool und special sie ist. Wenn sie bis dahin nicht vorher rausgemobbt wurde: Die anderen, Greta vor allen Dingen, lassen kein gutes Haar an Julia. Als Julia eine sauteure Lederjacke von Thomas H. geschenkt bekommt, höchstvermutlich, um den vorhandenen Keil noch ein bisschen tiefer zu treiben, fängt Greta – bis zu diesem Moment eine meiner Favoritinnen – an, Gift zu spucken:

„Die freut sich zu wenig! Die bekommt eine Jacke im Wert eines Kleinwagens  geschenkt und sagt nur Danke!“ 

Was soll sie denn bitte sonst? Julia spart vielleicht an Mimik und Worten, ist eben gerne alleine und hält sich von der Gruppe zurück. Das nennt man Introversion. Es ist ein Persönlichkeitsmerkmal und keine Schwäche oder Krankheit. Sie bezeichnet sich selbst als „sehr schüchern“ und liest mittlerweile einen Ratgeber für mehr Selbstbewusstsein. Ach Julia – komm zu mir, ich hab noch ein paar Erdnussflips übrig. Ok, das war gelogen, die habe ich alle weggefressen. Aber ich möchte Julia Welpenschutz bieten. Alle anderen regen sich über ihre Schüchternheit auf. Allerdings auch über die, die das Gegenteil davon ist: Carina.

 

Bitchen possible!

Natürlich braucht jede Staffel neben dem Außenseiter-Mobbing-Opfer-Hässliches-Entlein-wird-zum-Schwan, das es dann doch bis mindestens unter die Top 5 schafft, mindestens eine ordentliche Bitch. Dieses Jahr ist eben schon genannte Greta und erinnert mich nicht nur wegen ihrer dominanten Augenbrauen sehr stark an das böse Baby aus den Simpsons.

Die andere ist eine Carina, mit ihrer Selbstverliebheit jenseits über Gut und Böse dahinstöckelnd. Sie wuschelt ständig durch ihre sexy Mähne, die nach dem Umstyling ganze 5cm kürzer und blonder ist und bewirbt sich mit ihren Posen und Aussagen schon fürs nächste Dschungelcamp.

„Ich habe eben einen tollen, flachen Bauch. Natürlich zeige ich den gerne!“

Sicher hat Carina eine tolle Figur – wie die anderen Mädchen da aber eben auch. Mit um die 20 geht das noch einfach. Carina übertreibt es aber zu doll mit ihrem Hüftschwung und schubbst sich damit über kurz oder lange selbst ins Aus. Außer Heidi, die findet das – oh Wunder – ganz toll:

„Ich spüre, wie Du dich selbst toll findest; lass dir das ja nicht nehmen, das find ich super!“

Dass das voll verfickte Scheiße ey ist, lernen wir von Lynn. Das Ghetto-Girl hat das Umstyling nur im Tausch gegen einen Eimer Tränen durchgestanden. Wegen ein paar Stufen inklusive kinnlangem Pony und einer neuen kupferroten Farbe, die ihr leider sehr gut steht. Sobald sie aber spricht, möchte man ihr eine reinhauen. Lynn kann nur Ghetto-Sprech, „verfickt“ verwendet sie so oft wie andere „und“. Ey kannst du mal normal sprech ey ich mach wie ich will ey. Verfickt.

GNTM ist damit im Grunde ein Bildungsprogramm, das uns vermitteln möchte: Schönheit ist nicht das, was man sieht. Egal, wie gut du aussiehst – wenn du Scheiße redest und dich noch beschissener aufführst, bringt dir auch die 50cm-Taille nichts.

 

Und sonst so?

Melina, Nicht-Mehr-Junge-Nummer-Zwei in der Staffel – sie hat sich kürzlich auch geoutet – ist immer noch dabei, obwohl sie auch so schüchtern ist. Bei ihr ist es komischerweise aber kein Problem, höchstens aus Sicht der Jury. Mit ihrer neuen Pony-Frisur erinnert sie an Sarina, ist auch ähnlich tapsig unterwegs.

Beim sogenannten Shoot-Out, bei dem immer zwei Models in einer Folge miteinander ums Bleibendürfen kämpfen, durfte heute Brenda bleiben, eine hübsche elegante Dunkelhaarige, die irgendwann fliegen wird, weil sie zu madamig ist. Natürlich gibt es noch Wackelkandidatinnen: Heute sogar 6 Stück, weil sie alle so unsicher auf ihren Highheels dahingewackelt sind. Wir können von Glück reden, dass sie kein Windstoß davongefegt hat: Der entscheidende Catwalk musste mit einem großen Strauß Luftballons bezwungen werden an einer schicken Promenade in LA.

Anh, ehemals rosa-haarig, ist nun grau-blond und wurde bei meinem Second-Screen Twitter schon als vermisst gemeldet. Pro7 hat wohl schlichtweg vergessen, sie regelmäßig einzublenden, weil sie normal nett-freundlich ist und zu wenig verwurstenswertes von sich gibt.

Sehr nice ist dann eigentlich noch Sabine, Modell „Everybody’s sweetheart“: sehr amerikanisch-blond-beachmäßig-süß-hübsch, aber zudem hat sie etwas. Zumindest mehr als die restlichen Blondinen. Aber warten wir mal ab: In der Vorschau sah es nach ordentlich Bitchfight schon in der nächsten Folge aus.

Michael Michalsky war heute mal beleidigt, weil Carina statt ihn Thomas angeflirtet hat, aber immerhin bekam er ein „Team Papa“-Shirt, denn anscheinend gibt es noch ein drittes Team, von dem wir nichts wissen oder ein neues Adoptionsmodell ist in den Staaten erlaubt. Wäre ja nicht verwunderlich bei den aktuellen merkwürdigen Entwicklungen auf dieser Welt.

Ach und: Das ends-super-saugeile Loft, bei dem jeder Augsburger, der sich gerade auf Wohnungssuche befindet, einfach nur ins Seufzen und Stöhnen kommt, weil es wunderbarst ist, ist den Mädchen natürlich zu trivial und wenig. Es lagen keine Geschenke-Packerl mit fünf Kilo Schmuck und Gilette-Rasierern nebst Maybelline-Schminkkästen herum, auch der Gesichts-Reinigungs-Dingsbums, dessen Namen mir eben nicht einfallen will, lässt noch auf sich warten. Statt dessen standen verdächtig nach IKEA aussehende Kartons herum. Aufpassen beim Zusammenschrauben, Mädels! Beim Casting dürft ihr keine blauen Flecken haben. Es sei denn, es gibt ’ne neue Camouflage von Maybelline, die beworben werden muss.

 

Auxkvisites Fast-Umstyling

Diese Woche habe ich mir selbst auch fast aus Versehen eine neue Frisur verpasst: Am Dienstag Morgen wachte ich mit einer Dreadlock auf. Ich muss mir die im Schlaf selbst hineingewälzt haben – ganz nah an der empfindlichen Stelle hinterm Ohr. Ich hatte mit Dutt geschlafen, wie ich es immer mache. Leider ist Dutt kein cooler Typ, sondern eine an mir recht fragwürdig aussehende Frisur.

Ich dachte, ich hätte das Viech ausgekämmt, aber einen Tag später fiel mir beim Durchbürsten ein verdächtig aussehendes Büschel in die Hand. Seitdem traue ich mich fast nicht mehr zu schlafen. Auch wegen der Albträume, die mich wohl so wälzen ließen, dass das überhaupt passiert ist. Die ultimative Kombination: Ein Umstylings-Albtraum, aus  dem ich mit einem komplett verdreadeden Kopf aufwache 😀

An die mit etwas längeren Haaren da draußen: Wie schaft Ihr? Offen,  Zopf, Dutt? Und was gibt’s gegen Albträume?
Haare lieber lang oder kurz? Umstyling ja oder nein? Intro oder Extro? Fragen über Fragen …

Antwortet ruhig hier oder auf Facebook, Twitter oder Insta.

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2 comments

Antworten

Also ich schlafe mit zwei süßen Zöpfen. Hab gehört das soll verhindern, dass die Haare so schnell kaputt gehen. Gehen sie bei mir trotzdem, aber zumindest entsteht daraus kein Dreadlock. 😉
Deine Artikel über GNTM sind zum kaputtlachen! Ganz genau so, wie du es schreibst, empfinde ich es auch jedes Mal. 😀

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Danke Dir! Ohne das mit solchen Gedanken zu kompensieren hält man kaum durch, ne 😆
Zwei Zöpfe sind ne gute Idee … auf einem allein liegt man dann ja wieder so blöd drauf. Am besten fixier ich die zwei zusätzlich unterm Kinn 😂
Ich bin grad sehr angetan von Khadi Amla, das soll ja auch anregen, dass die Haare gesund und kräftig nachwachsen. Und die Alterra Granatapfel-Serie ist auch überraschend gut.

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