Kulturbeirat Augsburg

So schnell kann es gehen: Gestern las ich in der Kulturguerilla Augsburg Gruppe auf FB zum ersten Mal, dass sich Korbinian Grabmeier zum Kulturbeirat aufstellen lassen will. Nie was davon gehört – vom Kulturbeirat, von Korbinian. Heute Abend saß ich dann plötzlich neben ihm im Kreise der Nominierten. Und trank anschließend einen Schnaps mit ihm und lauter tollen Kultur-Leuten im City-Café: Das muss ja gefeiert werden, dass Auxburg ab heute motivierte junge Leute hat, die die Kulturszene in der Stadt weiter kritisch, motiviert und energisch in die richtige Richtung treiben. Mit mir nicht, zumindest nicht in dieser Form und nicht dieses Mal, dafür hat es nicht gereicht – aber mein Mut für die spontane Aktion hatte ja auch eine Belohnung verdient.

Neben Korbinian haben es Christoph Smija (Provino Club, Die Metzgerei), Peter Bommas (u. a. Junges Theater Augsburg), Sebastian Lübeck (freier Künstler) und Michael Grau (u. a. Projektleitung Neugestaltung Moritzkirche) in den neuen Kulturbeirat geschafft.

Kulturbeirat?

Dieser fungiert als Schnittstelle zwischen Bürgern und Stadt in sämtlichen kulturellen Belangen, ganz grob gesagt. Lest dazu am besten einfach folgenden Link der Stadt Augsburg. Neu ist, dass es nur noch fünf „Freie“ sind, damit künftige Handlungsprozesse besser ablaufen. Erwähnt wurde auch, dass es jetzt und in den kommenden zwei Jahren weniger um eine additive Kulturlandschaft geht als um das Festigen oder auch eventuell kritische Hinterfragen bestehender kultureller Institutionen. Das klingt erst mal wahnsinnig vernünftig und fast schon nüchtern, aber zumal der neue Kulturbeirat eine recht bunte Mischung ist, sollte es weiterhin aufwärts gehen mit den Entwicklungen in Auxburg. Zu bemängeln ist für meinen Geschmack aber doch, dass die fünf Gewinner alle Männer sind (der Sieg sei ihnen allen gegönnt, eine Frauen-Quote hätte mich aus dem Rathaus springen lassen und immerhin spare ich mir so das hässliche Binnen-i, das meiner Typographenseele jedesmal Höllenqualen bereitet). Es bleibt aber zu hoffen, dass mit den „Nicht Freien“ (Vertretern aus z. B. dem Stadtjugendring, Runder Tisch der Religionen u. a.), die noch nicht alle namentlich festgelegt sind, auch genügend weibliche Ansichten und Ideen in die Runde kommen.

Und was macht Auxkvisit da?

Eigentlich wollte ich einfach nur Korbinian wählen, weil ich mir dachte: Wer seine Finger im Spiel mit Bring Your Own Elephant (wir erinnern uns an ihren wun-der-schö-nen Bazar auf dem Modular oder das Gefühlscamp im August im Theater-Quartier) und Blue Spot Productions (Liebe Macht Tod, Winterreise,  Folie à Deux) hat, der muss Auxburg noch stärker aufmischen. Also fand ich mich trotz unglaublicher Müdigkeit nach der Arbeit im Rathaus wieder; fast wäre ich nicht hingegangen. Als das Konzept vorgestellt und geäußert wurde, wer sich aufstellen lassen kann (Kulturinteressierte, Netzwerker, Vermittler), dachte ich mir: Das genau mache ich doch eh mit dem Blog. Also warum nicht einen Schritt weiter gehen? So vermessen ist das doch nicht. *Und Auxburg benötigt dringend ein Facelifting oder überhaupt mal ein Face in Sachen Social Media, Blogs und Co. Spontan ließ ich mich aufstellen; prompt landete ich zwischen den 14 Nominierten. Mit meinem Ergebnis von 34 Stimmen bin ich mehr als zufrieden, immerhin kannte ich nur drei Leute auf der Veranstaltung. Gereicht hat es für mich für einen Platz im Kulturbeirat nicht – zum Glück, muss ich jetzt sagen. Ich komme jetzt schon mit Blog & Beruf und was sonst alles zum Leben gehört schon ins Rotieren. Wie hätte sich da so ein verantwortungsvolles Ehrenamt noch integrieren lassen können, ohne dass etwas anderes eventuell darunter hätte leiden müssen? Auxkvisit soll für Euch ja weiterlaufen in gewohnter Qualität. Die demnächst wohl ansteigen wird, da ich heute viele tolle, wichtige Leute der Kulturszene auf der Veranstaltung kennengelernt habe  – mein Netzwerk webt wunderschöne neue Fäden, ganz in der Tradition der Auxburgs, der ehemaligen Textilstadt. Passt also perfekt! Ich möchte diesmal einfach nur wirklich zutiefst auxburgerisch und aus tiefstem Herzen sagen: HOI!** Und: „Schauemer nächschtesch Mol.“ Oder so. Ich übe noch. In zwei Jahren wird ja wieder gewählt.

**Was das bedeutet, könnt Ihr hier nachlesen, der von Monika im Zuge der Augsburger Blogparade entstanden ist.

*AUXkvisite Kultur-Berichte

In der Vergangenheit schrieb ich hier im Augsburg Blog Auxkvisit bereits über

oder auch

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