Am 24. Juli ist der internationale Tag für virtuelle Liebe. Kein Scherz! Diesen Tag können Paare, die sich online kennen gelernt haben, feiern. Als würde Valentinstag nicht reichen. Ursprünglich wurde der Tag der virtuellen Liebe ins reale Leben gerufen, damit sich Online-Flirtende nicht mehr deswegen schämen müssen. Diesen Virtual Love Day gibt es nämlich schon seit 2001. 2017 ist uns das Internet und wie es sich mit unserem Leben verknüpft nicht mehr peinlich: Der virtuelle Raum ist nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Wir haben fünf Messenger installiert, Instagram, Facebook, Twitter, Youtube, ein paar Spiele – und eben auch Tinder. Heute ist klar, dass man kein hässlicher Monk sein muss, um online zu daten.

Zurück geht es ohnehin nicht mehr: Der nächste Schritt werden virtuelle Flirt-Räume sein, in denen wir via Avatare flirten, wenn wir es nicht gleich direkt mit Robotern treiben. Oder wir knutschen ein Gummi-Teil („Kissenger“), und das Ding gibt die Vibrationen an unseren Knutschpartner weiter. Um nur ein vibrierendes Teil zu nennen.

Voilà, es folgt: Ein Tinder-Best-Of anlässlich des Feiertages – inklusive Updates, was bei mir grad so los ist. Von Tinder halte ich nicht mehr so viel, virtuelle Liebe deswegen aber nicht für abwegig. Und nein, das ist kein Widerspruch, wie man in der ersten Sekunde vermuten könnte. Im Gegenteil.

T I N D E R   B E S T   O F

Es kommt zu keinem Flirtmärchen, wenn man sich gar nicht erst sieht

1. Warum überhaupt tindern?

Manche Leute können real super flirten. Ich nicht so. Wenn ich einen Interessanten sehe, vertiefe ich mich interessiert in mein Handy. Klassische Übersprunghandlung. Ein paar Flirt-Fails aus dem Real-Life könnt Ihr in diesem ersten Artikel, seines Zeichens Intro zum Thema Onlinedating, lesen. O-Ton von einer, die diese Geschichten von einer Leserin vorgelesen bekommen hat: „Mit einem interessanten Turn!“ Ich freue mich, wenn meine Slapsticks und verpassten Chancen immerhin zu Eurer Unterhaltung beitragen können.

Drei Fast-Liebesgeschichten aus der Tram

 


 

 

So geht Tinder: Ausführliche visuelle Beschreibung

2. Wie geht Tinder?

Also mal rein technisch betrachtet. Soll ja Leute geben, die das nicht wissen.

Eine Update hierzu: Vor einigen Wochen sollte ich einem Kollegen, Programmierer, Tinder vorführen. Er musste für ein Projekt wissen, wie das Interface aussieht – also, wo sich die Buttons befinden und so weiter. „Echt jetzt?“, fragte ich mit dem gleichen Enthusiasmus, mit dem er mir und meiner tindernden Kollegin begegnet, wenn wir in der Kaffeepause über die Typen auf Tinder lästern. „Echt jetzt!“

Zwei Köpfe senkten sich über mein Handy. „Hier sind die Buttons für Ja und Nein, man kann aber auch mit dem Finger swipen“, wischte ich die ersten drei Typen unter seinen aufmerksamen Augen durch. Es waren gleich drei Klassiker: Einmal „Carpe Diem“, ein Muckibuden-Achselshirt-Typ, dem eine Palme aus dem Hinterkopf wuchs, und einer, der so langweilig war, dass … ich vergaß. Den Gesichtsausdruck meines Kollegen weiß ich bis heute nicht zu deuten: Er schwankte zwischen Mitleid und Entsetzen. Seitdem hat er meine Kollegin und mich wenigstens nie wieder ausgelacht.

➳ So geht also Tinder – der ganze Artikel

 


 

 

Tinder Profilbild Reise-Typ

 

3. Welche Typen sind auf Tinder?

Aus Frauensicht stolpert man immer wieder über folgende 12 Archetypen. Hoch psychologisch und überaus wissenschaftlich betrachtet ist diese Schubladisierung deluxe kaum zu ertragen, wären da nicht diese klitzekleinen Fünkchen Wahrheit. Hütet Euch vor Jerrys!

Die 12 Tinder-Archetypen

 


 

Welcher Job ist am meisten sexy?

4. Welcher Job ist am meisten sexy?

Irgendwann führte Tinder die Funktion ein, dass man seinen Job bzw. den Arbeitgeber oder die Uni nennen kann. Ein Feature, das vor allem Angeber und Spaßvögel nutzen. Ich habe nicht mitgezählt, wie viele angehende Kabarettisten, auf die unsäglich viele Kilos Tomaten warten, dass es eine Schande ist, auf der „Baumschule“ waren. Neuerdings sind auch die Häuser von Hogwarths sehr in. (Hufflepuff – sowas von Linksswipe!)

➳ Welcher Job ist laut Statistik am meisten sexy?

 


 

 

5. Tinder Trends – es wird immer doller

Was ist 2017 bei Tinder aktuell? Mit welchen bekloppten Fotos und Sprüchen fallen die Typen jetzt auf? Nachfolgender Artikel stammt vom Februar und würde mittlerweile vermutlich das ein oder andere Update benötigen. Da ich nicht mehr so wirklich tindere, belassen wir es mal dabei. Auf jeden Fall hat Tinder seit Juli ein neues Logo: Nicht besser, nicht schlechter. Wer tindert momentan und kann mir verraten, was aktuell der heißeste Scheiß bei Tinder ist?

Zu den Tinder-Trends

 


 

 

Rathausplatz, Augsburg, Auxburg, Auxkvisit, Blogparade, Tinder, Onlinedating

6. Wo geht man für ein erstes Date am besten hin?

Wenn ein Tinder-Typ toll ist, organisiert man am besten schnell ein erstes Date. Aber: Wohin geht man dann am besten? Welche „Regeln“ bringen was? Und zugemünzt auf Auxburg: Was ist beim Daten die beste Location? Wie wird so ein erstes Date perfekt? Spoiler: Das wird es eh nie. Irgendwas ist immer. Zum Beispiel mittlerweile das Elements weg. Buhuuu!

➳ Wohin geht man am besten beim ersten Date? Ganz allgemein – und mit kleinem Augsburg-Schwerpunkt (Locations! Begrüßungs-Codex!)

➳  Special-Weihnachts-Edition: Warum ein Date auf dem Weihnachtsmarkt Sinn macht 

➳  Special Edition: Date mit einem Designer. 11 Dinge, die Du beachten solltest

 


 

Wie kann man ein Date beenden?

7. Wie beendet man ein mieses Date am schnellsten?

Auch das passiert oft beim ersten Date mit dem Kerl von Tinder: Real läuft es einfach nur scheiße. Natürlich könnte man gleich sagen: „Du, ich fürchte leider, das wird nüscht. Schönes Leben, Tschüss!“ Aber dann hätte ich Euch nicht diesen 11-Punkte-Plan für den mehr oder weniger stilvollen Abgang schreiben können.

11 Möglichkeiten, ein grausiges Date ruckzuck zu verlassen

 


 

 

8. Online dating klassisch & kostenlos – zum Beispiel bei Finya

Wir reden immer von Tinder. Aber dann gibt es ja noch diese komischen Plattformen, auf denen sich alle so und viele Minuten immerhin einer verliebt. Finya kennt tendenziell #keineSau. Dabei ist dieses Plattform kostenlos – was im Süden aber nichts bringt, weil dort vor allem Hamburger und andere Nordlichter angemeldet sind. Ändert das, Augsburger, Bayern und Andere! Finya hat echt Potenzial. Ein paar meiner Freunde haben da jemanden gefunden!

Allerdings braucht man da einen Nickname. Das führt gleich zur ersten Stolperfalle. Hat man das ganze Profil komplett ausgefüllt, könnte man es auch gleich ausdrucken und der NSA oder potenziellen Schwiegermutter schicken. Es gilt, den absurden Tanz auf dem Grat zu tanzen: Nicht zu wenig, nicht zu viel.

So gebt Ihr der Virtuellen Liebe bei Finya – vielleicht – eine Chance

 


 

 

 

T I N D E R   F A Z I T

Update & Fazit zum Thema Tinder und virtuelle Liebe

Man merkt: Ich hab’s versucht. Ich hab der virtuellen Liebe immer wieder eine Chance gegeben. Ein paar mal hat’s geklappt, dass wenigstens ein Schmetterling schlaftrunken gegen meine Magenwand geknallt ist. Einmal wurde tatsächlich eine Beziehung daraus, aber auch nur, weil wir viele, viele Dates hatten. Beim allerersten dachte ich mir nur „Puh, soooo schlimm war’s ja doch nicht“. Nach dem zweiten: „Joaaa, hmmmm!“  Und irgendwann wurde aus „Okay“ „Yay“. Hat das Online-Schreiben vorab was gebracht? Wohl kaum. Aber es hat uns überhaupt erst mal zusammengebracht. Wir wären uns sonst vermutlich nie über den Weg gelaufen. Dafür sind Tinder und Co gut.

Natürlich geht „virtuelle Liebe“ auch mit einem anderen Schwerpunkt. Ich bin bei Tinder auch schon mal mit „Bock zu ficken“ angesprochen worden. Tinder und Co per se als Sexbörsen zu bezeichnen, halte ich dennoch für übertrieben. Das ist, als würde man jeden Club als Swinger-Club bezeichnen. Auch wenn vieles darauf hindeutet, dass wir mit unserem Lebensstil immer kurzlebiger und unverbindlicher werden in unserer Generation Beziehungsunfähig: Es gibt auch Gegen-Trends. Angeblich ist die Suche nach „der großen Liebe“ auf Tinder gerade wieder hoch im Kurs. Von einem Extrem ins Andere!  Meine Antwort damals war übrigens: „Nö“.

Was man aus einer virtuellen „Liebe“ macht, offenbart sich ohnehin erst beim ersten Date – wenn man real etwas machen kann. Es setzt den ganzen Kontakt wieder auf den Punkt 0 zurück. Wenn’s losgeht, dann da. Ooooooder …?

Happy ending!

 

E I N   T I N D E R   U P D A T E,
D A S    K E I N  T I N D E R – U P D A T E  I S T

Ooooooooder … doch? Gefühle im virtuellen Raum? Hääh?

Manchmal passiert es einfach doch: Man verguckt sich wider besseren Wissens. Ja, online. Gerade ist da vielleicht so irgendwie irgendwas. Also bei mir. Es verwirrt mich zutiefst, zumal es ohne Tinder und amouröse Absichten losging. In meinem Bauch tanzen jetzt Wühlmäuse Booty-Shake, das Hirn überbrüllt ihr Toben entsetzt – „Obacht, Obacht! Hör auf, du spinnst, das bringt so doch nichts, das ist _nicht_ echt!“. Und ich frage mich:

„Es ist ja nicht echt. Was ich fühle aber schon. Bin ich momentan nur in das Gefühl verknallt, das mir das Schreiben macht? Tue ich der anderen Person aber nicht unrecht, wenn ich sie als „nicht real“ einstufe – der Mensch existiert ja, nur nicht in Augsburg. Läuft das jetzt alles unter „Projektion“? Aber warum passiert es dann gerade bei ihm? Da sind ja auch andere Online-Kontakte, mit denen das hätte passieren können. Ist da etwas, das einen verbindet? Oder verbindet man sich nur, weil man sich darauf einlässt?“

Da sind Fragen, so viele Fragen. Sie sind so dominant, dass sie fast das Gefühl kaputtmachen könnten. Aber eben nur fast. Die Mäuse sind stärker. Zum Glück. Hoffen wir, dass sie bei dem ersten echten Date nicht alle entsetzt auf ihren süßen kleinen Hintern fallen.

Der Witz ist: Auf Tinder oder Finya wäre das nie passiert. Er ist so ganz anders. Aber: Er mag Katzen!

 

… vielleicht klappt das ja mit der virtuellen Liebe eher dann, wenn sie nicht auf Tinder & Co startet.

Tinder ist in seiner konkreten Absicht – auch wenn jeder scheinheilig „Ich gucke nur mal“ drin stehen hat – viel zu explizit. Wer auf Tinder ist, sucht was. Punkt. Buddhisten und alle, die gerade ein Kleid suchen für die nächste Hochzeit, wissen, dass man nie dann etwas findet, wenn man es gerade sucht.

Das virtuelle Leben können wir nicht länger verdrängen: 2017 gehören Instagram, Facebook, Twitter und Co zum stinknormalen Alltag. Und da passiert es eben: Du sprichst einen anderen Instagrammer an, weil Dir sein Stil so gefällt. Ihr tauscht Euch immer mehr und mehr aus, redet über Eure Kameras und Lieblings-Fotografen, irgendwann auch über Euren Alltag jenseits der schönen Welt der Bilder. Oder Du schielst nachts um drei mit einem halben Auge auf Twitter, weil Du einfach nicht schlafen kannst und schreibst mit einer anderen Eule so lange, bis ihr endlich beide einschlaft. Und weil Euch beiden das gefallen hat, schreibt Ihr Euch jetzt öfter. Oder Du hältst mit einem interessanten Typen von einer Fortbildung schriftlich Kontakt, mit dem Du vor Ort nur 3 Sätze gewechselt hast, aber eben auch die virtuellen Kontaktdaten. Auf einmal schreibt Ihr nicht mehr ausschließlich über Euren Beruf …

Irgendwann fühlt sich der Kontakt mit dem anderen verdächtig gut an. Und bekannt. Wenn Du Dich jetzt verknallt fühlst: Ist doch schön! Keiner kann Dir jetzt sagen, was da gerade mit Euch Beiden passiert. Genießt es einfach! Das erste Date und die Realität kommen schon noch. Wie und ob es dann weitergeht, wisst nur Ihr Zwei. Und feiert 2018 vielleicht tatsächlich „den Tag der virtuellen Liebe“. Aber bitte nicht im virtuellen Raum.

 


 

 

Weiterführende Links zum Thema Liebe im Virtuellen Raum

Love and Sex with Robots – jap, dazu gab’s ne Konferenz

Der komische Kissenger  (PC-Welt)

Bluetooth-gesteuerter Vibrator – Youtube-Demo (ohne Mensch): Sollte Euer Fünfjähriger dazustoßen, könnt Ihr immer noch behaupten, es handle sich um ein überdimensioniertes pinkes, leicht aggressives Spermium.

Virtual Love Day / Tag der Virtuellen Liebe – Definition auf kleiner-kalender.de

 

Filmtipps

A. I. – mit Jude Law als Sex-Roboter (Liebe Leserinnen: Wer möchte den nicht?) – Trailer & Infos auf kino.de

Her – mit Scarlett Johannson als sexy Operating System (Liebe Leser: Wer möchte die nicht?) – Trailer & Infos auf moviepilot.de

 

Definition „virtuell“

Lasst Euch diese Definition von Wikipedia mal auf der Zunge zergehen:

„Virtualität ist die Eigenschaft einer Sache, nicht in der Form zu existieren, in der sie zu existieren scheint, aber in ihrem Wesen oder ihrer Wirkung einer in dieser Form existierenden Sache zu gleichen. Das Wort führt über den französischen Begriff virtuel (fähig zu wirken, möglich) zurück auf das lateinische Wort virtus (Tugend, Tapferkeit, Tüchtigkeit, Kraft, Männlichkeit).“

(Quelle: Wikipedia, Stand: 25.7.2017)

 

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