In den letzten Wochen war hier vergleichsweise wenig los. Weil sonst vergleichsweise viel los war: Der Spätsommer flüsterte mir durch die gerade noch so grünen Blätter zu: „Verbring die letzte warme Zeit lieber draußen!“ Unter dem Baum stand der Auf-Blog-Kein-Bock, mampfte zufrieden und blökte mir immer wieder gemütlich zu. Ich setzte mich zu ihm, genoss die letzten Sonnenstrahlen und kaute auch ein bisschen auf einem Grashalm herum.

Was in letzter Zeit so los war, wollt Ihr das wissen? Und wie es tindermäßig in letzter Zeit so gelaufen ist? Da gibt es eine überraschende Wendung. Lest selbst 😉
 

Was alles los war in den letzten Wochen

Hier und da sind ausführlichere Artikel dazu geplant. Hinterlasst mir gerne in den Kommentaren einen Hinweis, was Euch davon am dringendsten interessiert.

 

Augsburg à la carte

Schon vor meiner Spätsommerpause traf ich mich mit der Augsburger Designerin Ines Flögel, die ein tolles Konzept für eine individalisierbare Augsburg-Karte ausgeheckt hat. Vielleicht habt Ihr ihre Arbeit auf der Werkschau gesehen. Im Lamm haben wir über ihre Arbeit und das Designer-Leben an sich und natürlich Auxburg geredet.

 

#läuftbeimir läuft bei mir

Ich laufe immer noch, es macht mir mittlerweile tatsächlich Spaß. Das frisst aber natürlich auch Zeit, die vorher ins Bloggen geflossen ist. Eine ganze halbe Stunde – hust. Aber direkt danach will ich mich auch nicht gleich wieder vor den Mac verbarrikadieren.

 

Eine Woche ohne Weißmehl und ohne Zucker

Über den tieferen Sinn dieser Aktion kann man sicher streiten. Ich wollte einfach wissen, a) ob ich durchhalte und b) ob ich mich damit irgendwie besser fühle. So schlimm war das Ganze übrigens gar nicht: In erster Linie ging es einfach darum, meine Essgewohnheiten zu ändern und einige Bequemlichkeiten aufzugeben.

Gut getan hat es mir – das Nachmittagstief meldete sich bereits ab dem dritten Tag nicht mehr. Ich meine schon, dass mir dieses Experiment körperlich insgesamt ganz gut getan hat und ich vielleicht sogar 25 Gramm abgenommen habe (ich habe kein Waage). Aber das kann auch am neuen Hobby – dem Laufen – liegen.

Und hej, ich habe durchgehalten! Nach einer Woche hieß es dann wieder zuschlagen: Mit einem üppigen Frühstück. Den Kaffee immer noch ohne Zucker, aber mit vieeeeel Milch. Bei ein paar der neuen Gewohnheiten bleibe ich auf jeden Fall.

Endlich wieder reinhauen!
Endlich wieder reinhauen! Das fulminante Belohnungs-Es-ist-endlich-vorbei-Früstühstück.

 

Kuahgartn-Festival am Stoa ODER:
I glaub, i bin doch boarisch.

Es ist zugegeben mehr als einen Steinwurf entfernt, das wunderbare Mini-Festival in Edling. Aber gerade deswegen mochte ich es sehr, weil es die mir liebste Festival-Größe hat: Ein paar hundert Leute reichen doch! Und die Musik war auch weitaus mehr nach meinem Gusto als z. B. das Modular dieses Jahr. Ein bisschen erinnerte mich das Kuahgartn an das Stereowald, nur in noch kleiner und noch boarischer. Und: Leyya waren da 💛 Und Dicht und Ergreifend und Rakede und Findlay und Ben Caplan und Locals wie Loisach Marci. Schon mal zu Alpentechno getanzt?

Überraschend die Erkenntnis: Wie sehr habe ich Oberbayern vermisst, ohne es zu wissen. Wie sehr taugt es mir da! Ich mag den Dialekt, der so weich ist wie der Schaum auf dem Bier. (Wegen #nosugar war ich genötigt, Bier zu trinken. Ich trinke sonst maximal Radler.) Was Wurzeln wohl doch ausmachen! Ich habe mich nur schrecklich piefkemäßig gefühlt, wenn da jemand so nett „Griaß Gooood“ oder einfach „Griaßdi“ sagt, und ich dann so „Hallo“. I üb no, domit’s sich net wie Hoizhockn oheart. Zurück in Auxburg fühlte ich mich wieder furchtbar wie im Exil. Jemand sagte „Noi“ und ich dachte mir nur so „Oh naaaaa!“.

kuahgartn-c-auxkvisit
Kuahgartn-Festival am Stoa

 

 

Wasserburg am Inn

Edling ist nicht weit von Wasserburg. Dort habe ich endlich eine Freundin besucht, mit der ich auch auf dem Kuahgartn war (ohne sie hätte ich nie davon erfahren, dass es das überhaupt gibt). Und ich war überrascht: Wie schön es da doch ist! An vielen Ecken erinnert mich Wasserburg an Salzburg. Man könnte fast meinen, man befände sich in Italien, einerseits durch die Architektur, andererseits durch die üppige Flora. Sogar Palmen sieht man dort.

Der Ausblick über die Dächer ist einfach nur genial, und ich habe kurz überlegt, ob Wasserburxkvisit was für mich wäre. Leider kein guter Ort für Grafikdesigner, und ohnehin scheint Wasserburg nicht unbedingt eine Stadt zu sein, in der der Punk abgeht.  Da wohnen doch eher Familien oder hippieesque Rentner. Aber guckt doch mal! Da wohnen mit Dachterrasse, wer möchte das bitte nicht? Ich habe noch ganz viele Bilder, die ich Euch von diesem hübschen Städtchen zeigen will.

wasserburgaminn-c-auxkvisit-1

auxkvisitwasthere-c-auxkvisit
Auxkvisit was there. Und kommt bestimmt wieder zurück!

 

 

 

Bye Bye Tinder!

Es hat sich ausgewischt. Ich habe Tinder deinstalliert und bin auch bei Finya weg. Nicht, weil ich jemanden gefunden hätte. Sondern weil ich die Schnauze davon voll habe. Es reicht – wie sehr, kann ich gar nicht ausdrücken.

Ich hatte erst kürzlich ein Date. Eigentlich waren es, das Date, und er, der Typ, überraschend gut: Wir waren uns sympathisch, unser Gespräch verlief interessant und spannend. Und er hatte schöne Hände. Das Date ging knapp vier Stunden, eigentlich ein gutes Zeichen. Die schönen Hände haben mich am Schluss fest gedrückt – und ich mich gefreut.

Zu früh allerdings. Er hat sich nicht mehr gemeldet und nur wortkarg auf meine Nachrichten hin gemeldet. Okayokayokay, ich verstehe. In meinem Bestreben, wieder Oberbayrisch zu lernen, sage ich da nur: Drauf gschissn! Oarsch.

So ein Verhalten ist leider typisch Tinder und Generation Beziehungsunfähig: Wir haben da nicht nur Dating, sondern auch Ghosting (das Sich-nicht-mehr-melden) und Benching (das Den-anderen-auf-der-Wartebank-halten-und-nicht-sagen-dass-man-doch-nichts-von-ihm-will-aber-weil-in-fünf-Jahren-vielleicht-doch-sagt-man-eben-lieber-nichts). Ganz schön viel Ing-Scheiße. Tinder macht uns mit seinem wortwörtlichen Wischiwaschiverhalten langfristig zu Arschlöchern.

Das merke ich leider auch an mir selbst. Ich will aber kein Arschloch sein und setze deswegen lieber wieder auf meine erbärmlichen Flört-Künste. Zumal ich in den letzten Wochen bemerkt habe, dass in Auxburg auf einmal haufenweise tolle Männer herumlaufen, halte ich das ohnehin für die bessere Lösung. Ich werde Euch bestimmt auch weiterhin mit Aux-and-the-City-Geschichten versorgen können 😉

tindergeloescht-c-auxkvisit

 

 

Ein Jahr älter

36 ist das neue 35. Es ließ sich nicht vermeiden, fühlt sich aber auch nicht danach an, als hätte man das müssen.

 

Hallo Herr Murakami!

Mein neuer Lieblingsautor. Ich muss deswegen auch sofort aufhören und zurück zu Kafka am Strand.

 

Wenn Ihr Euch fragt, was es mit dem Titelbild auf sich hat: Auf meiner Reise nach Wasserburg saß ich tatsächlich in meiner letzten Etappe in einer rosa Bimmelbahn. Auf dem Land sind halt noch so hübsch alte Züge unterwegs. Ohne WLAN und ohne alles, aber das braucht man da eh nicht, weil die Landschaft da so schön ist.

Auch interessant

2 comments

Antworten

deinen Versuch ohne Weizenmehl und Zucker auszukommen finde ich äußerst ambitioniert und toll liebe Miriam :)
ich wäre wohl von vornherein zum Scheitern verurteilt 😉
schön aber auch, dass du beim Laufen weiter am Ball bleibst … nach meiner nun mehr 6-jährigen Lauferfahrung kann ich behaupten, dass es irgendwann einfach dazu gehört!

zu Tinder, Finya und Co. kann ich nur sagen, dass ich es gar nicht erst versucht habe … obwohl ich Single bin 😉

eine schöne Restwoche dir,
❤ Tina
https://liebewasist.wordpress.com/
https://www.instagram.com/liebewasist/

Antworten

Guten Morgen, Tina!
Ach, das mit dem Essen ging schon. Für eine Woche 😉 Sich immer SO zu disziplinieren und jeden Jieper verkneifen, ist schon hart und entspricht auch nicht so meiner Art. Wobei die Jieper dann auch erstaunlich andere werden.
Das mit dem Laufen erstaunt mich selbst immer noch. Mittlerweile suche ich gar nicht mehr nach Ausreden, warum es nicht geht, sondern schlüpfe möglichst schnell am Feierabend in die Laufklamotten und lege los. Aber der RICHTIGE Herbst lässt ja zum Glück noch auf sich warten. Wie regelst Du das mit Dunkelheit & richtig eklig nasskaltem Wetter?
Ein Tinder-Fazit liegt mir auf den Lippen, das möchte ich schon bald hier loswerden.

Dir auch noch eine schöne Woche!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Required fields are marked *


*