Heute ist etwas passiert, das kein Blogger erleben will. Und kein Mensch: Stell Dir vor, Dein Baby fällt von der Wickelkommode. In Deinem Beisein, direkt vor Deinen Augen. Ungefähr das ist mir heute mit dem Blog passiert: Ich wollte nur ein bisschen Scheiße wegwischen, und dann kam der totale Absturz.

Eigentlich wollte ich nur das Theme updaten (= die Fassde). Der Anbieter drängte sich vor Wochen bereits auf, dass es ein Update gäbe. Ich so: „Och nö. Never change a running system!“ Irgendwann kam die nächste E-Mail, dass Update Nummero Zwei vorläge und es gewisse Probleme lösen würde. Ich so:„Ich hab aber kein Problem!“ Bis die Nachricht einer Leserin eintrudelte, dass sie genau dieses Problem beim Kommentieren hatte: Da überlappen die Social-Media-Icons manche andere Funktionen. Ich, super dankbar für den Hinweis, testete die Problematik an einem anderen Bildschirm, sah sie auch selbst und setzte mich heute Nachmittag ans Theme-Update. Und zerstörte das Bisherige.

 

Darum ist ein Theme-Child also gut!

Als ich im Januar den Blog von WordPress.com auf einen Selbstgehosteten umstellte, kaufte ich ein schickes Theme bei Themeforest. Ich passte das gelieferte Layout an meine Bedürfnisse und Vorstellungen an, wie ich es bis dato von WordPress.com gewohnt war; und so kam es zu dem Auxkvisit, das Ihr seit Januar in dieser Form kennt. Dass ein Child mitgeliefert wurde, ignorierte ich, da ich dachte … vermutlich dachte ich in diesem Moment einfach gar nichts, weil ich damals sofort loslegen und mich nicht erst in all den Technik-Kram einlesen wollte.

Beim Update hätte eigentlich, so meine Theorie, nur die Fassade gerichtet werden sollen. Leider nahm der neue Anstrich gleich die Fassungen von Fenster und Türen mit. Auxkvisit war zerhackstückelt und sah noch schlimmer aus als das Haus, das ich heute in meiner Nachbarschaft sah: Mit Fenstern ohne … nun ja, Fenster.

 

Augsburg ist eine weltoffene Stadt!

 

Ich hätte zu diesem Zeitpunkt niemals gedacht, wie programmatisch dieses Foto für den heutigen Nachmittag werden würde. Den ich im Tief- oder zumindest Halbschlaf auf der Couch oder im Bett verbringen wollte, weil die Frühjahrsmüdigkeit dieses Jahr so dermaßen verfrüht einsetzt (irgendne Ausrede muss man ja haben, ne?).

 

Jetzt ist aber wieder alles gut.
Jetzt. Nach acht Stunden.

Laut meiner Twitter-Statusmeldung zerstörte ich das Design vor acht Stunden. Acht Stunden. Ein Arbeitstag, bis das Design nun wieder steht!

Irgendwie hatte ich es schon im Urin, dass die Sache schief geht. Warum ich es dennoch gemacht habe? Weil es, so würde Angie sagen, alternativlos war. Was will ich mit einem Theme, das ich niemals updaten kann? Und ich war scharf auf die Neuerungen, klar. Wollte das Problem beheben, das die Leserin erwähnte, weil ich natürlich will, dass für Euch hier alles tiptop funktioniert. Zudem schwebten mir einige kleine Änderungen im Design ohnehin schon länger vor.

Mein Aufschrei war also nur ein gemurmeltes „Holy Shit!“. 15 Dezibel, wenn überhaupt. Er hallte deswegen nicht durch Auxburg, nicht einmal durch meine Hallen. 

Ich finde grundsätzlich, dass es wenig bringt, sich aufzuregen. Schade um die Energie: In der Zeit kann man doch schon viel mehr machen. Etwas gegen das soeben Passierte, zum Beispiel. Zugegeben: Im Alltag klappt das nicht immer. Ein bisschen Fluchen und Meckern kann zum Spannungsabbau durchaus ganz gut tun!

 

Destruktion? Eine furchtbar fruchtbare Sache.

Also reparierte ich den Blog. Schwieg still, hörte nebenbei pausenlos Warpaint, optimierte hier und da gleich das Design und konnte mich über neue Funktionen des Updates freuen. Ich hatte auch die Zeit und Muße, nebenbei viel mit meinem Lieblingsmünchner zu schreiben, auch wenn ich ihn und den Notfalleinsatz am Blog für eine kleine Skyperei mit meiner Lieblingsmünchnerin, meiner Schwester, unterbrochen habe.

So etwas Kaputtes ist gar nicht so schlecht: Es gibt Raum für Neues.

Meine Buddha-Figur, die ich neulich beim Aufräumen final zerstörte (seit Wochen lebte er mit abgebrochenem Kopf bei mir, der lose auf seinem grazilen Hals saß), kann nun recycelt werden, und ich habe einen würdigen Platz für meine Kamera gefunden. Ist doch auch nicht schlecht. Auch wenn ich fürchte, dass das Chi im Wohnzimmer darunter ein wenig leidet. Ich bete immer noch, dass es dafür keine miesen Karma-Punkte gibt.

Sicher ist der erste Schock immer enorm, wenn etwas hin ist. Es tut weh, ein Riss tut sich auf, Pixel purzeln – und da ist kein Apfel-Z, mit dem man die Lücke füllen kann. Es geht nur noch Apfel-N.

 

Alles gut?

Mein Blog-Theme, das ich heute Nachmittag zerhackstückelte, ist nun nicht nur wiederhergestellt, sondern sogar optimiert! Bei den einzelnen Kategorien (z. B. AugsburgLifestyle …) findet ihr jetzt eine Kachel-Ansicht. Ist doch ganz hübsch, oder? Klickt Euch gerne mal durch und entdeckt hier und da Neues. Falls etwas gar merkwürdig anmutet – wie z. B. weiße Button-Schrift auf weißem Button-Hintergrund – gebt mir bitte Bescheid. Ich liebe konstruktive Kritik! Die fühlt sich fast so reinigend an wie etwas, das eben kaputt gegangen ist.

 

Der Fehler, weswegen ich das Update durchführte, besteht übrigens weiterhin. Diese Ironie habe ich noch nicht ganz verstanden. Das nächste Update kann ich aber problemlos umsetzen, da ich jetzt endlich, wie es sich gehört, mit dem Theme-Child arbeite. 

 


*Theme?
Ein Theme ist ein Design für den Blog, das wie eine neue Klamotte drübergezogen wird.
Viele Themes sind kostenlos und super für die ersten Schritte als Blogger – z. B. beim ersten WordPress.com-Blog. Oft sehen dort die Themes in der Vorschau aber sehr viel cooler aus, weil die Entwickler natürlich den Optimalzustand in der Vorschau präsentieren, den man nur mit zusätzlichen HTML-Skills erreicht. Was meistens problemlos geändert werden kann: Die Farben (oftmals nur in einer mageren Auswahl), Anordnung von Haupt- und Marginalspalte, Schriften … Und natürlich alles, was mit Bildern zu lösen ist (Hintergrundmotiv, Logo etc.).
Will man intensivere Anpassungen am Design vornehmen, greift man doch oft zu einem kostenpflichtigen Theme. Meines hat z. B. 60 Euro gekostet, was ein Witz ist, wenn man bedenkt, wieviel Webdesign und Programmierung kosten. Themeforest hat tolle Themes, leider nicht so übersichtlich sortiert. Die Abwicklung bei Themeforest war simpel, bezahlt habe ich mit Paypal, Sekunden später war der Download mit dem .zip vorhanden. Noch lieber gewesen wäre mir Elma Studio, aber da habe ich zum damaligen Zeitpunkt leider bei jedem Theme kleine Details vermisst, die mir wichtig waren. Das Bundle dort ist preislich kaum zu toppen! Abgesehen davon sind mir die Macher einfach sehr sympathisch.
*Und das Child?
Ein Child-Theme ist quasi eine Kopie vom  Theme, das man ebenso einfach auf seinem Blog installieren kann – .zip hochladen, aktivieren, fertig! Hochgeladen werden müssen beide Varianten, das Child braucht das Mama Theme und sie hängen mit einer unsichtbaren Nabelschnur zusammen. Im WordPress-Editor wird alles übersichtlich erklärt.
Sämtliche Anpassungen nimmt der schlaue Fuchs nun am Child-Theme vor. Man kann dann zukünftig einfach das Mama-Theme ersetzen (über das Plugin von Envato oder direkt über den FTP-Upload), ohne seine Design-Anpassungen zu überspeichern.
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