Über Miriam Lochner

1980 als Dreivierteltösterreicherin in München geboren. Bis zum zehnten Lebensjahr achtmal umgezogen. Womöglich nur aus Protest nach dem Studium in Augsburg geblieben. Das Studium: Kommunikationsdesign. Die Liebe zum Schreiben: Angeboren.
Werbeagenturen-Karriereleiter bis zur obersten Sprosse geklettert. Als der Zenit erreicht war, ist die Creative Director freiwillig gesprungen. Seit 2025 als Freiberufliche im Atelier Miriam Lochner tätig.
Miriam lebt heute im gemütlichsten Viertel Augsburgs. Entgegen sämtlicher Vorurteile hat die Autorin keine einzige Katze, dafür über 60 Parfums und unzählige Bücher.

Warum ich all das mache
Um Dir weiterhin vernünftig von mir erzählen zu können, lass mich nun in die erste Person Singular switchen.
Diesen stilistischen Bruch braucht es, um jetzt auf die nächste Ebene zu shiften:
Ich bin da, um miteinander zu verbinden:
Themen.
Disziplinen.
Welten.
Menschen.
Es hat laaaange gebraucht, bis ich das kapiert habe! Ständig dachte ich, ich könne nur das eine oder das andere machen.
Die innere Zerrissenheit

Die qualvollste Stunde in meiner Schullaufbahn habe ich erlebt, als wir uns in einer Deutschstunde entscheiden mussten, ob wir nun „Lippels Traum“ von Paul Maar weiterschreiben ODER illustrieren sollten. Oh nein! Ich liebte das Buch; ich liebte es, zu schreiben, und ebenso liebte ich es, zu zeichnen.
Nach einem Hin und Her, das gefühlt Äonen dauerte, habe ich mich schließlich seufzend fürs Zeichnen entschieden. Als Frau H. zu mir kam und sichtlich verwundert meinte: „Also Miriam, bei Dir hätte ich fest damit gerechnet, dass du schreibst!“, wäre ich fast in Tränen ausgebrochen. (Der Witz: In der Zeit, in der ich mit mir gerungen habe, hätte ich locker beides machen können!)
Und dabei war doch Paul Maar für die Lesung von Lippels Traum bei uns am Gymnasium und war das perfekte lebende Beispiel, dass ein Mensch natürlich beides machen kann!
Inhaltlicher & fachlicher Verbund
Heute will ich all das nicht mehr trennen: Das Schreiben und das Zeichnen, das funktionale Design und den künstlerisch-ästhetischen Anspruch. Ich verknüpfe gerne unterschiedliche Themen und Perspektiven. Von meinen Auftraggebern hat sich auch noch nie jemand beklagt, dass ich „alles kann“ – das ist doch vielmehr praktisch, wenn alles aus einer Hand kommt!

humanismus 2.0
Ich steh für klassische Werte
Ich halte ganz viel von den klassische Werte à la Kant und Goethe. In der wilden Bohème galt das doch auch, zumindest haben sie in Baz Luhrman’s Moulin Rouge immer darauf gepocht (übrigens einer meiner absoluten Lieblingsfilme):
Wahrheit. Schönheit. Freiheit. Liebe.
oder klassisch: das wahre, schöne und gute
Auch oder gerade weil ich ein Internet-Kind der ersten Stunde bin und seit 1995 online, stehe ich der omnipräsenten Digitalisierung und KI extrem kritisch gegenüber. Wir Menschen dürfen uns nicht das eigene Denken und die Kreativität nehmen lassen!
Bequemlichkeit kann wirklich nie die Antwort sein.
Design auf die englische art
Ich glaube, wir Deutschen verstehen Design falsch. Oder ich verstehe die Deutschen nicht:: Ich arbeite mich nämlich immer von innen nach außen. Klar: Vernünftige Designer tun das immer – aber sie denken allen voran an die Funktion. Mir geht es vielmehr darum, die Essenz von etwas zu erkennen und sie dann ins Visuelle zu übersetzen – damit Menschen beim Anblick sofort etwas spüren. Wie ich kürzlich erst erfahren habe, ist das das britische Design-Thinking!
Emotion is the key!
Von daher sag ich’s hier ganz offen: Ich finde Bauhaus ehrlich scheiße. Seelenloser Minimalismus kotzt mich an. Am deutlichsten offenbart sich mir das in der Architektur: Nichts macht mich so grantig, wie wenn ein Altbau weichen muss, damit man irgendwelche blöden Schuhschachteln drarauf klatscht!
Stil & Schönheit
Seit ich 13 bin, verschlinge ich die Stil-Bücher meiner Mama: Color me beautiful, der Farbberatungs-Klassiker aus den 80ern. Mit 15 habe ich mir die Haare getönt, was eine riesige Schreierei von allen Seiten gab. Von mir am allermeisten, als ich erst später von der Friseurin erfuhr, dass es eine Intensivtönung war – also eine Coloration. Für eine Woche sah ich aus wie Wednesday Adams – und spendete danach für ein Jahr all mein Taschengeld, um wieder ansatzweise wie ich auszusehen.
Individuellen Stil finde ich immer schon spannend: Warum steht jemandem was und dem anderen nicht? Sind auch da wieder Inneres und Äußeres perfekt miteinander verbunden? Als ich über das Kibbe-System gestolpert bin, bin ich mit Anlauf in das Kaninchenloch gesprungen: Denn das erklärt dieses Phänomen perfekt! It’s all about the energy – und die Proportionen …
und das alles bitte mit qualität
Mir ist schon lange wichtig, keinen – pardon – unnötigen Scheiß mehr zu konsumieren. Minimalistisch lebe ich keineswegs – aber was ich kaufe, sind alles wohlüberlegte Entscheidungen. Sie ziehen sich schon auch mal über Monate! Lieber schlafe ich sechs Monate auf dem Boden, als mir den irgendeinen Schrott von IKEA ins Schlafzimmer zu stellen.
(Ich mag IKEA durchaus auch mal, aber mein letztes Bett ist mir nur von einmal Stiefel-Anziehen zusammengebrochen. Bevor jemand so dreckig lacht wie der Reparatur-Mensch, der damals gekommen ist: Es waren hundsnormale Winterstiefel!)
Vita

1980 » Geboren im September in München
1999 » Abitur am Descartes-Gymnasium in Neuburg, Donau
2000 » Praktikum Grafikdesign bei Independent Medien Design, München
2001 » Studium Kunstgeschichte, Psychologie und Pädagogik an der Uni München
2002 » Studium Kommunikationsdesign an der Fachhochschule Augsburg (heute TU)
2006 » Diplomarbeit Corporate Branding
2007 » Grafikdesignerin bei artswiles, Augsburg
2008 » Artdirektorin bei elfgenpick, Augsburg
2019 » Creative Director, ebenda
2025 » Atelier Miriam Lochner, Augsburg
Miriams Stil
📚 Bibliotheken +++ ✒️ Notizbücher aus Papier, Füller, Papeterien; Paper Republic, Traveler’s Notebook, Moleskine, Caran d’Ache +++ Gründerzeit-Altbau, alte Dampfloks +++ Filme von Wes Anderson, Christopher Nolan, Darren Aronofsky, Cohen Brothers +++ 🎵 Musik in Moll +++ Alternative Rock, Britpop, Triphop +++ Nicola Tesla +++ Voltaire +++ Michael Ende, Haruki Murakami, Matt Ruff, Michail Bulgakov, Elif Shafak, Erich Kästner, Robert Seethaler … +++ 🍋 Frittiertes in Zitronensaft ertränken (ok, das ist stillos, aber einfach geil) +++ Gin Tonic +++ Flamboyant Natural / Wind Ethereal +++ Wien +++ Wien +++ Wien +++ 🐆 Leo, Schwarz (Designer-Ehre!), Koralle & Graün in allen Nuancen +++ NEON +++ Allsaints (vor allem in den frühen 2000ern), Fjällräven, MUJI, Converse, Birkenstock, Barbour, für Jeans immer noch H&M (sitzen zuverlässig am besten), eines Tages muss eine Tasche von Proenza Schouler her +++ Greenglam, Weleda, Santé … und die Rossmann Eigenmarké +++ Silber & Echtstein +++ Leinen, Baumwolle, Holz, Leder, Twill, Cord
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