»Warte nicht, tu’s jetzt! Du bist der Auserwählte!« Was, wenn es so wäre? 😱
Die Filme kennst Du doch auch: Matrix oder Herr der Ringe. Wenn Du einen Film in der Größenordnung im Kino gesehen hast, bist Du danach vermutlich beschwingt aus dem Kinokomplex wieder rausgegangen. Den Schritt federnder als vorher, den Kopf ein bisschen höher, der ganze Rücken aufrechter.
Jetzt mal bitte Hand aufs Herz, ob Du in der Nacht darauf nicht sogar ein bisschen davon geträumt hast, selbst Frodo oder Neo zu sein … Sei mal gaaaaaanz ehrlich!
Ich mein: Hallo, selbst ich als Mädchen hab das gemacht!!
Wenn uns ein Film schon so anspricht und in uns etwas so zum Schwingen bringt, könnte es dann sein, dass wir in ihnen etwas von uns selbst erkennen? Unsere Wünsche verraten doch so viel über unsere Potenziale …
Aber warum bekommt dann das Mädchen, das davon geträumt hat, Frodine zu sein, Zuckungen bei einer Aussage im Stil von »Du bist der Auserwählte!«
Bevor es gleich los geht zu den Helden unserer Lieblingsfilme, schauen wir aber kurz eine Stufe höher, direkt in die Meta-Ebene. Keine Sorge, wir müssen unsere Welt dafür auch nicht verlassen. Ganz im Gegenteil!
Die Welt im Wandel
In der spirituellen Szene ist schon lange die Rede vom Wandel, vom Shift, von der Schwingungserhöhung, vom Wassermannzeitalter oder dem Ende des Kali Yuga. Wie genau man es nun nennen will, ist das Eine. Das Andere – und wie ich finde grob Fahrlässige – ist die Annahme, das alles passiere von selbst. Denn wenn alles Schicksal ist, kann man ja bequem die Hände in den Schoß legen …?!
So ist es aber nicht.
Alleine schon, wenn man sich die Hermetischen Gesetze ansieht, wird klar:
Von Nichts kommt Nichts!
6. hermetisches Gesetz, Ursache und wirkung
Das hat sogar mein ehemaliger Friseur gesagt! Als ich mich beklagte, warum meine Haare immer so strohig trocken sind, meinte er ebenso trocken: »Tja, von Nichts kommt Nichts!« und patschte mir die Kur darauf.
Das war nur eine minikleine Handlung, die auf meinem Kopf. Wie könnten wir also erst etwas Großes in der Welt erwirken, wenn wir selbst dazu nichts tun?
»Aber Miriam – was kann ein einzelner Mensch schon bewirken?!«, beschwerst Du Dich vielleicht. Bei all dem Chaos da draußen eine mehr als berechtigte Frage! (Dieser Text entstand am frühen Morgen des 4. Februar 2026)
Kann das ein einzelner Mensch stemmen?
Nein.
Ein Einzelner schafft das nicht.
Aber alle Einzelne.
Zusammen!
Meine Vision
Stell Dir nur mal unsere aktuellen Gehwege vor: Jetzt im Winter liegt oft Schnee. Es kommt darauf an, dass nun vor jedem einzelnen Haus der Schnee weggeschippt wird. (Abgesehen davon, dass es viel schöner und rutschsicherer ist, auf einem ordentlich festgetrampelten Schnee zu gehen, aber das lassen wir mal außen vor.)
Oder nehmen wir statt Schnee einfach Dreck: Wenn jeder nun vor seiner eigenen Türe kehrt und vom Treppenhaus das jeweilige dazupassende Stückchen dazunimmt – wie sauber wäre dann immer das Treppenhaus? Es bräuchte keinen extra Putzdienst. Man müsste sich noch nicht einmal untereinander absprechen, wer wann wie wo saubermacht: Jeder übernimmt in der ihm naheliegenden Zone.
Wenn so ein Verhalten selbstverständlich wäre, wäre das Treppenhaus immer tiptop sauber, ohne dass es große Strukturen oder Abmachungen braucht wie einen Putzplan oder gar ein Putzunternehmen!
Viele Handlungen vermeintlich kleiner Einzelner verbinden sich harmonisch zu einem kraftvollen Großen. Wenn die innere Haltung klar ist, wenn man es regelmäßig macht, wenn diese Handlung selbst und auch eine gewisse Verbindlichkeit und Zugeständnis selbstverständlich ist – dann läuft die Kiste ganz von alleine!
Die Sache ist nur: Es braucht Macher. Es braucht jeden Einzelnen als Macher!
»Du bist der Auserwählte!«
Als mir gestern Abend ein Freund erzählte, dass ihm dieser Satz in einem Zustand tiefster Meditation gekommen sei, zuckte ich zugegeben erst kurz zusammen. Was war da jetzt los, ist er jetzt total ausgeflippt? »Das ist jeder!«, löste er zum Glück im nächsten Satz auf. Sehr gut, ich musste mir also keine Sorgen um einen Anfall von Größenwahn machen!
Jetzt musste ich mir nur noch Sorgen um mich machen: Denn der Satz arbeitete in mir weiter. Es ließ mir keine Ruhe: Warum war ich zusammengezuckt? Weil ich ihn kurz für verrückt hielt? Womöglich.
Vielmehr aber doch, weil in mir etwas sofort beleidigt war: »Warum er – und ich nicht?«
Wer war hier also die Größenwahnsinnige? 😁
Gleichzeitig weiß ich wegen meinem Imposter Syndrome from hell doch, wie viel bzw. wenig ich mir zutraue. Und genau da liegt heute der Hund begraben und gammelt vor sich hin!
Wir alle sind Helden
Filme wie Matrix, Der Herr der Ringe oder auch Die Trueman Show sind so erfolgreich, weil sie die Menschen tief im Innersten berühren.
Wer erfahren will, warum dem so ist, wird über kurz oder lang auf das Thema »Heldenreise« stoßen: Das Modell beschreibt – je nach Autor – in mal fünf, mal sieben, mal zehn, mal noch mehr Schritten, wie sich die Geschichte eines Helden zuträgt.
Verkürzt gesagt:
- Dem Held befindet sich im gewohnten, sicheren Umfeld. Ihm geht es gut; vielleicht schon so gut, dass ihm schon ein klein wenig langweilig ist. Denn er spürt, da ist noch mehr …
- Unerwartet kommt eine Aufgabe auf ihn zu. (Der Ruf)
Bei Matrix: Der Anruf von Morpheus.
Herr der Ringe: Frodo geht mit auf die Reise.
Trueman Show: Der Leuchter fällt vom Himmel und wirft Fragen in Trueman auf.
Der Held ist bereits der Auserwählte – denn auf ihn und nur auf ihn kam exakt diese Aufgabe zu! - Der Held hat die Aufgabe angenommen und geht los.
- Erste Hürden kommen. Der Held muss sich beweisen; hier häufig noch zusammen mit anderen Weggefährten. Besonders schön deutlich wird das beim Herrn der Ringe!
- Weitere Hürden kommen: Die muss der Held nun alleine meistern. Nicht selten sind diese Dämonen vor allem innerer Natur: Sie sprechen ganz gezielt an die tiefsten Ängste des Helden. unser Held zeichnet sich nun dadurch aus, dass er auch diese große letzte Aufgabe widmet.
- Der Held hat gesiegt! Er kann seinen Triumph feiern.
- Er geht nach Hause und erzählt die Geschichte, damit auch die anderen davon lernen können. Somit ist diese Heldenreise abgeschlossen.
Damit ist es aber nicht vorbei: Die Heldenreise ist wie ein Monopolyspiel, wo Du immer wieder aufs Neue über Los gehst. Rüdiger Schache geht soweit und sagt, alles im Alltag ist eine Heldenreise, man könne die Muster auf alles im Leben übertragen – sogar, wenn man eine Straße überquert. Wenn man fein genau beobachtet, stimmt das sogar.
Das Leben läuft generell in kreisförmigen Rhythmen.
Die Heldenreise zeichnet die Stationen einer solchen Kreisbewegung auf.
Das Leben verläuft in Zyklen
Wir alle haben zuverlässig unsere Ups and Downs. (Frauen noch ein bisschen mehr 🥲)
– Ich lasse an dieser Stelle übrigens erst einmal noch aus, dass es eine explizite Heldinnenreise geben soll, weil ich mich damit noch zu wenig beschäftigt habe. –
Die Heldenreise ist so dermaßen archetypisch in jedem Menschen und im Leben selbst inhärent, dass wir Menschen zwangsläufig auf dieses Muster anspringen: Denn egal ob wir nun bewusst davon wissen oder nicht, wir fühlen uns magisch angezogen, weil wir denselben Kern ja in uns tragen! Wir wissen, allemal unbewusst, dass es wahr ist. Wir haben es ja oft genug selbst erlebt!
Deswegen hat es auch überhaupt nichts mit Größenwahn zu tun, wenn Du Dich nach einem Kinobesuch selbst ein bisschen wie Frodo oder Neo fühlst, weil Du Dich mit dieser Rolle identifizieren konntest. Diese Geschichte im Kino war Deine Geschichte – nur aus einer anderen Perspektive und zugegeben unendlich vergrößert dargestellt. Wann müssen wir schon einen Ring in das Feuer vom Schicksalsberg werfen?
Aber Muster ist Muster, ob miniklein oder plakatwandgroß! Denn diese archetypischen Muster sind Fraktale: Sie beinhalten dieselben Informationen, nur in unterschiedlichen Größen und ggf. auch Schärfegrad. (Zur kompletten Definition auf Wikipedia)

Wir alle sind auserwählt!
Vorsichtshalber nochmal extra erwähnt: Das hier ist kein Aufrug zu einer Narzissmus-Party!
Es darf vielmehr ein sanfter Weckruf sein, wie viel in Dir selbst doch steckt. Du weißt es doch selber, Du träumst davon … Aber traust Du es Dir auch zu?
Ich kenne von mir nämlich leider nur viel zu gut, wie man sich selbst kleinmacht: Meine Selbständigkeit hat mich selbst in einen Prozess der Selbsterkenntnis geworfen, dass ich Frodos Marsch durch Mordor nun besser nachfühlen kann als jemals zuvor …!
Ein paar Ringe habe ich schon in den Schicksalsberg geworfen – alleine schon die Tatsache, dass ich überhaupt gegründet habe: Das war nämlich immer eine meiner allergrößten Ängste: »Ich und selbständig – Hilfe, Neeeeeein!!« und gleichzeitig hab ich es mir insgeheim doch immer wieder gewünscht …
Wir sind alle Helden in unterschiedlichen Bereichen –
Wir sind alle Helden in unseren Leben.
Heldenhaft können wir immer etwas bewegen – nur müssen wir dafür unseren Popo von der Couch bekommen.
Und wenn ich aber nicht will?
Natürlich kannst Du Dich auch dafür entscheiden, dass Deine Heldenreise einfach so aussiehst:
Du liegst gemütlich auf Deiner Couch (Gewohntes Umfeld). Der Ruf kommt von Deiner Katze, weil die nervtötend Hunger hat. Du gehst zum Kühlschrank, holst das Katzenfutter (widmest Dich der Aufgabe), stolperst Deiner Katze fast drüber, weil die schon hungerswahnsinnig um Deine Füße streicht (erster Struggle), und als Du ihr das Futter in den Napf geben willst, merkst Du, dass Du das blöde Ding auch noch frisch ausspülen musst, weil das Nassfutter ekelhaft festgetrocknet ist (zweiter Struggle). Endlich erledigt, lässt Du Dich wieder erleichtert auf die Couch fallen und schreibst eine WhatsApp an Deine Mama, wie sehr der Kater schon wieder genervt hat (Geschichte weitergeben).
Natürlich steckt nicht in jedem Gang zum Kühlschrank oder Klo gleich eine Heldenreise – aber Du wirst überrascht sein, wie oft Dir dieser Rhythmus im Leben begegnet! Oder denke mal an Deine Lieblingsserien zurück … (Rory Gilmore!!! Die Absagen am Schluss, und dann das große Finale!)
Du machst also eh permanent kleine Heldenreisen.
Wieso dann nicht gleich eine größere, die auch effektiv was bringt?
Bist Du lieber ein Pantoffelheld oder ein Superheld?
»Das kommt mir aber alles so egoistisch vor!«
Ausgerechnet charakterlich-moralisch sehr feine Leute scheuen sich oft, ihre eigene Größe und Aufgabe anzunehmen. »Das ist doch größenwahnsinnig!« Das kann ich nicht, darf ich nicht, trau ich mir nicht zu …
Es wird umso schlimmer, wenn Menschen so tief gottgläubig sind, dass sie jedwede Macht einzig und allein bei Gott sehen. Was so verkehrt ja nicht ist. Gleichzeitig vergessen sie in solchen Momenten die Aussage, die im Alten Testament steht und ich bestimmt missverstehe: »Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild.«
Wenn Du als ein Abbild, als ein Fraktal Gottes da bist, ist es dann nicht glatt Gotteslästerung, wenn Du seine Kraft in Dir nicht lebst?
Vielleicht hilft Dir dieser Perspektivenwechsel, um zu verstehen, dass ein »Ich nehme meine eigene Kraft an« überhaupt nicht egoistisch ist! Du lässt die göttliche Kraft einfach möglichst natürlich und reibungslos durch dich laufen. Und zwar bei allem, was Du tust. Wie sollte das jemals schlecht sein? Davon profitiert Dein komplettes Umfeld. Dass Du Dich selbst damit auch noch gut fühlst, darfst Du einfach als kleine Belohnung sehen ッ
Wenn Du Dir lieber denkst, ewig und drei Äonen auf Jesus oder andere externe Auserwählte zu warten, wird es, so fürchte ich, nie was werden. Und das nicht, weil die nicht wirken. Sondern, weil sie hier auf der Erde durch uns wirken.
Wir brauchen heute wieder Helden!
So irre, wie die Welt gerade ist, müssen wir es selbst in die Hand nehmen. Jeder in dem Bereich, wo er am besten kann und mag!
Abschließen kann hier niemand besseres als Wir sind Helden: