Am 17. Februar 2026 ging das Jahr des Feuerpferdes los. Was das heißt? Das gucken wir uns gerne wann anders an. Heute geht es ums letzte Jahr, auch bekannt als der allseits beliebte oder gefürchtete Jahresrückblick! Denn ich habe diesmal wirklich enorm viel zu erzählen. Was mir den Artikel gleichermaßen schwer macht, deswegen kommt er erst so spät …
Denn 2025 habe ich mir meinen Traum erfüllt und mich selbständig gemacht. Was das bedeutet hat? Transformation im Turbogang. Und: Dieses gemeine Sprichwort hat sich bewahrheitet, dass man nur seinem Feinde wünschen dürfe: „Mögen all deine Wünsche in Erfüllung gehen!“
Aber was ist so schlimm, wenn sich ein Wunsch erfüllt? Dass man danach keinen mehr hat, passiert ja wohl erst, wenn wir tot sind.
Richtig fies wird es, wenn … Aber ach, gehen wir alles schön der Reihe nach und von vorne an!
VORWARNUNG
Das wird ein ordentliches Gesabbel rund ums Thema Arbeit.
Aber auch wenn es für Dich nicht so relevant ist: Was ich an fundamentalen Selbsterkenntnissen daraus gezogen habe, könnte für jeden interessant sein.
Denn die waren schon mehr archaisch als auxkvisit!
1. Endlich selbständig! 🦅
Seit Juni 2025 arbeite ich als Freiberufliche in meinem Atelier. Also, wenn man es ganz genau nimmt, natürlich in meiner Küche! Wie das frisch Selbständige halt so machen. Ich mache alles wie alle, inklusive der typischen Fehler – wie Du in Punkt 8 sehen wirst.
(Soviel zu „außergewöhnlich.de“ 😁)

2. Businessplan und Tabelle aus der Hölle ✅
Für den Gründungszuschuss, den ich unbedingt bekommen wollte, muss man – unter viel anderem bürokratischen Heckmeck – einen Businessplan erstellen. Der Schriftteil hat mir ollen Schreiberin glatt zu viel Spaß gemacht. Was ich da an Zeit und Liebe reingebuttert habe, kann man aus gutem Recht als reinen Wahnsinn bezeichnen.
Er erntete große Bewunderung (von meiner Gründungsberaterin vom IFB) und gewaltige Rüffel (ein Gründungsberater aus der knallharten Wirtschaft – zum Glück hat er nur privat drübergeschaut).
Richtig schlimm war aber die zugehörige Kalkulation! Dass ich dieses Excel-Über-Ober-Monster aus der schlimmsten Hölle alleine (!) geschafft habe, wundert mich bis heute. Als ich das Ding zum ersten Mal gesehen habe, dachte ich mir nur: 😶 Lauter komische Begriffe, von denen ich vorher nie gehört hatte. Und gleichzeitig war mein Strebergeist gepackt und das innere Wissen da, dass ich das sehr wohl schaffen kann. Ohne diese gewisse Großkotzigkeit braucht man ja gar nicht erst an Selbständigkeit denken!
Ich habe mir alles selbst angelernt, Bücher gewälzt und Melchior von Steuerfit auf YouTube gebingt. Ohne Steuerberater hätte ich mich dennoch nicht getraut, mich selbständig zu machen. Es macht einfach nur Sinn, spezielles Spezialwissen beim Profis zu belassen. Die haben das ja aus gutem Grund jahrelang gelernt …
3. Miriam dreht total am Rad
Mit meiner Gründung im Juni hatte ich genau die beste Zeit erwischt: Sommerloch! Inflation! KI!! 🤪
Aber ich hatte ja auch das in meinem Businessplan berücksichtigt und konzentrierte mich darauf, meine Angebote zu entwickeln. Ich hatte mich auf das Thema Personal Brand Design festgelegt, weil jeder Marketing-Guru ja schreit, man solle sich möglichst spitz positionieren, also nicht einen auf eierlegende Wollmilchsau machen – die ich aber leidergottes nunmal bin. Dieses HSP-Scannertum hat es mir nicht gerade einfach gemacht, bis heute …
Aber anfangs noch frisch motiviert, entwickelte ich schnell meinen ersten Zauberstreich: Denn ich habe mir schon an Tag 1 gedacht, als ich das erste Mal von Personal Branding gehört habe, dass ein Mensch nunmal keine Niveadose ist und mehr Farben braucht.
Zur Info: Bei einem klassischen Corporate Branding wie für Firmen, Services oder Produkte arbeitet man klassischerweise mit zwei, maximal Farben. Denn das macht die ganze Sache natürlich so viel markanter! Aber erstens schränkt das ein und zweitens macht so eine Niveadose keine Selfies von sich im Wald. Wenn sich dann das Baum-Grün mit dem eigenen Blau beißt – blöd, oder?!
Ich mag es nunmal eben auch bei meiner Design-Arbeit ganzheitlich. Und zwar wirklich ganzheitlich-ganzheitlich! Ich bin doch die Eso-Tante und steh auf Styling-Regeln wie die Kibbe-Typen.


Holistisches Branding mit dem Farbrad
Mit dem Farbrad wird individuell zur Person passend ein kompletter Farbkanon erstellt. Das ganzheitliche Farbkonzept berücksichtigt alle Farben für alle Fäll. Nachhaltiger, flexibler und zukunftssicherer geht es nicht!

Mit Deinem individuellen Farbrad kannst Du Deinen Brand-Style einfach überall anwenden. Egal, ob für irgendwelche Fotos – oder wenn Du Dir einen neuen Pulli kaufst!
Denn: Wenn Kunden dafür offen sind, beziehe ich auch gleich den Styling-Phänotyp mit ein und die alchemistische Elementenlehre, abgeleitet aus dem Grundhoroskop des Kunden.
3.1 Dieser dreggs Perfektionismus!
Als ich das Konzept für das Farbrad entwickelt habe, saß ich mit einem „Wow, wie geil!“ in meinem Küchen-Atelier. Diese Hochphasen braucht es, um die nächsten Tiefs abzupuffern.
Dass ich aber wirklich heulend auf dem Boden lag, ein Zimmer weiter auf dem etwas wärmeren Holzboden, ist aber erst im Februar 2026 passiert. Da dachte ich das erste Mal voller Überzeugung: „Ich lass die Scheiße und schmeiße hin!“
Denn immer wieder funkte mir mein eigener Anspruch dazwischen (und tut es bis heute).
Das ist aber leider nicht nur der fachliche Anspruch, von dem ich längst wusste: Denn ja, ich schob auch in meiner alten Festanstellung die Pixel so lange hin und her, bis es echt perfekt war. Aufgrund meiner langen Berufserfahrung geht das zum Glück reichlich schnell – aber eben um diese Perfektion will ich mich nicht lumpen lassen, wenn mir doch was am Herz liegt!!11111!!
Monk.
3.2 Diese scheiß Positionierung!
In meiner Selbständigkeit als Personal Brand Expertin kapierte ich schnell, dass das mit der spitzen Positionierung und mir nichts Rundes ist: Denn ich bin nunmal eine Generalistin. Die noch dazu den Anspruch hatte, hundertprozentig authentisch rausgehen zu wollen. Und das heißt doch, zu sich stehen und zeigen, was man alles tolles kann!
Dass ich illustrieren kann, sagt Ihr immer wieder. Dann ist da das Schreiben, das Design, mein knallharter Struktur-Kopf (außer, es geht um mich selbst ahaha). Ich konzeptioniere gerne gründlich und überlegt, weil ich nur tragfähiges Design schaffen will. Neben all dem Strategischen brauche ich dann zum Ausgleich absolut intuitive Knallaballa-Kreativität in Form eruptiven Bloggens (deswegen ist mein Marketing für Auxkvisit bis heute eine Katastrophe), digitale Collagen, Zeichnen oder seit 2024 auch wieder Photograhie. Und nebenbei möchte ich den ganzen Tag Podcasts über Spiritualität, Philosophie, Wahrnehmung und Bewusstsein anhören oder dazu Bücher lesen. Und wenn noch Zeit über ist, wunderbare Belletristik wie von Murakami. Oder keksding auf Substack.
Also dachte ich am Anfang, für meinen Geschmack superclever: Bei mir geht es weniger darum, was ich mache – sondern wie und für wen. „Die Haltung ist meine Nische!“, dachte ich mir. Auch ein Marketing-Profi verzweifelte fast bei mir und gestand mir ein, eine „Persona“ könne man da unmöglich formulieren, ich spräche zweifelsohne alle Branchen an – aber da halt immer nur ein paar Leute, die eben auch so idealistische Haltungs-Freaks sind wie ich.
Es hätte theoretisch also laufen müssen – nur leider „zog“ das Ganze bislang kaum. Was nach etwas mehr als einem halben Jahr auch kein Wunder ist; erst recht, wenn man sich wider besseren Wissens regelmäßig Richtung anderer Kreativ-Disziplinen verfranst.
Zum Glück sind laut Dan Koe mittlerweile wieder mehr die Generalisten gefragt. Womöglich kommt ja echt eine Renaissance 2.0 auf uns zu, dass Werte und Haltung und ein humanistisches Weltbild wieder angesagt werden? Mir wäre das nur recht!
3.2 Übermutiger Selbstausdruck

In meinem Businessplan stand bereits, dass ich auch mal dozieren möchte. Nie hätte ich aber gedacht, dass es so bald der Fall wäre!
Bereits Ende November stand ich in meiner eigenen alten Hochschule vor den aktuellen Design-Studenten und durfte was zum Thema Übermut, Selbstausdruck und Publishing und Autorenschaft erzählen. Passiert ist das in dem Textkurs von Susanna Pinnow. Da fühlte ich mich zum Glück total wohl, weil ich den Schwerpunkt aufs Schreiben gelegt habe.
Mein Vortrag auf den YogaTagen im Augsburger Zeughaus flog mir hingegen ein bisschen um die Ohren, weil ich auch da ständig dachte: „Wie soll ich Leuten von Authentizität was erzählen, wenn ich selbst sie nicht lebe?!“
Ich habe wie ganz, ganz viele Menschen Authentizität die längste Zeit fundamental missverstanden …
4. Der Weg der Künstlerin
Als ich im Januar 2025 mit dem Buch „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron begann, wusste ich gleich zwei Sachen nicht: Dass das nicht einfach ein Buch zum Durchlesen ist. Nein, es ist ein erbarmungsloser, gleich 12-wöchiger Kurs! Und dass ich erst ein halbes Jahr später kapieren sollte, dass ich diesen ersten Durchlauf ziemlich vergeigt habe.
In meinem ersten Durchlauf im Januar – Monate vor der Gründung – sah ich mich immer als Designerin, die Umsetzerin, die knallharte Businessfrau 😅🙈 Denn das alles hatte ich ja vor! Dass da „Künstler“ draufstand, überlas ich geflissentlich und lachte mich darüber tot, welche Psycho-Macken die Künstler haben, die sich nicht trauen, ihre Arbeit zu zeigen und alles auf 80% lieber in den unzähligen Schubladen liegen lassen.
Tjaaaaaaa!
Nun rate mal, was ich im Lauf meiner Selbständigkeit erfahren habe: Dass es mir selbst ja ganz genau so geht!!! „Sichtbarkeit – ohgott! Deswegen jammern immer alle so herum, dass das so schwierig ist!“ 😱🤦♀️
Ich habe gemerkt, wie sehr ich ehemalige Werbe-Expertin Marketing hasse – nämlich, wenn es eben für mich selbst sein soll. Und das nicht nur oberflächlich. Denn gutes Design holt ja immer das Innerste nach oben und außen. Was ist aber mein wirklich Innerstes?
Richtig schlimm wurde es dann im Oktober, als ich im nächsten Business-Call saß und bei der hundertsten Visualisierungs-Übung schnallte:
»Kann es etwa sein, dass ich vielmehr Künstlerin bin als Dienstleisterin?« 😱
erschütternde erkenntnis im oktober
Denn auch wenn ich nicht super malen kann und selten Barret trage, ist mein Naturell viel mehr der einer Künstlerin als einer knallharten Businesslady: Mein Idealismus ist so hoch, das meinst Du nicht. Ich habe deswegen auch zwei Jobs abgesagt, die mit Politik zu tun hatten und von denen einer bestimmt höchst lukrativ gewesen wäre …
Aber: Ich und Künstlerin? Iiiiiiiich?
Kunst, Design, Schreiben – oder was?
- 1987: Einschulung, ich gewinne prompt beim Malwettbewerb.
Kunst: immer Klassenbeste. Im Studium war ich dann erstmal die Schlechteste, was mir mein Prof jeden Donnerstag unmissverständlich klar machte. Nach dem Diplom habe ich fünf Jahre lang keinen Stift freiwillig angefasst! Da brachte es auch nichts, dass ich bei anderen Profs immer eine 1 hatte. - „Das Mädel kann schreiben!“ Egal ob Deutschaufsatz oder später im Blog – immer kam positives Feedback auf meine Schreiberei. In einer Fortbildung zum Texten nahm der Dozent ausgerechnet meine eingereichten Texte als „Beispiel dafür, wie man es besser macht“. 😱
- An der Akademie der freien Künste München fühlte ich mich 1999 sofort wohl, als ich sie mir neugierig anschaute. Gleichzeitig jagte mir das Flair eine Heidenangst ein: Das war schon „zuuuuuu frei“! Als in der Akademie in Dresden war, hätte ich vor Ehrfurcht fast geheult und mich am liebsten aus Versehen einsperren lassen. Was auch fast geklappt hätte.
- Auf Design-Konferenzen fühlte ich mich immer fehl am Platz, wenn alle coolen Schwarzgewandeten beieinander standen und fachsimpelten. Ich (auch in Schwarz, aber mit rosa Schal und grünem Rucksack) schlug stattdessen lieber Wurzeln beim Stand vom Soda-Verlag: Magaziiine! Büüüücher!!!
- Während meine Design-Kollegen sich auch in ihrer Freizeit mit Design beschäftigten, las und machte ich dann lieber irgendwas anderes. Nie im Leben hätte ich mich da auch noch freiwillig mit Grafikdesign beschäftigt!
Ding ding ding, offensichtlicher geht es nicht! 📣
„Natürlich bist du eine Künstlerin!“, meinten meine Schwester und Mutter im Chor, als ich kleinlaut mit meiner neuen Erkenntnis ankam. Für sie und für viele andere – Freunde, Bekannte, ehemaligen Kollegen und sogar meinen einen Heilpraktiker ist die Sache glasklar!
Ich glaube, was mir dabei so wenig schmeckt, ist das inhärent Zarte und Zerbrechliche. Zu einem Künstler gehören Schmerz und Melancholie. Aus ihnen wird geboren, was so sehr berührt. Kenne und kann ich alles. Aber das offen zugeben, mmmmh …
Mittlerweile erkenne ich meine Künstler-Natur immer mehr und mehr an.
Jetzt muss ich nur aufpassen, dass ich mich nicht wieder in irgendein Selbstbild oder Rolle verheddere. Aber dazu mehr in Punkt X.
Immerhin verhalf mir meine „neue Künstler-Identität“ zu einer meiner lustigsten Situationen 2025!
5. Mein lustigster Moment
Am Wochenende nach meiner Künstler-Erkenntnis habe ich mich aus Versehen durch den Künstler-Eingang auf ein Konzert gemogelt. 😁
Ich bin nämlich spät dran, viel zu spät: Um 19:22 bekomme ich Schnappatmung, als ich auf Instagram einen wuuuunderschönen Song höre. Ich höre mir den Choral gleich fünfmal hintereinander an. Das war leider viermal zu viel, als ich in der Caption lese: „Konzert heute! Um 20:00“. Jesus!! Kann ich das noch schaffen?
Eigentlich kein Problem in Augsburg, wenn man relativ zentral wohnt – aber durchaus eines, wenn man um diese Zeit noch im Schluffi-Look auf der Couch rumhängt! (Innere Künstlerin, you know)

Ich schmeiße mir etwas über und renne los Richtung Straßenbahnhaltestelle. Keine Tram weit und breit! Also renne ich weiter, weiter geradeaus in die Stadt hinein. Zum Glück weiß ich, wo ich lang muss … Ich renne über die Brücke, vorbei an der Abendsonne, die sich über mich scheckig lacht und ebensolche Schatten auf die Wertach wirft. Endlich komme ich in der Kopfsteingasse an, wo das Konzerts stattfinden soll. Die Gasse besteht gefühlt nur aus Kirche. Deren gewaltiges Hinterteil hat eine kleine, unscheinbare Tür …
„Mal sehen, ob die offen ist!“ – Sie ist es, also trete ich ein. Ein paar Leute stehen herum. Sie sehen mich überrascht an, aber kein „Hey, was machen Sie denn da?!“. Also stiefele ich frech weiter, Schultern zurück, den Kopf schön gerade, mit sooooo einem rasenden Puls – und setze mich in den Zuschauerraum, als wäre nichts. In meinem Leomantel sehe ich ja auch aus wie eine Künstlerin! (Übrigens die klamottenmäßig beste Investition 2025!!)
Das Lied, für das ich den Galopp hingelegt habe, hat es dann übrigens auch gleich in meine Platz 1 der Spotify-Rotation 2025 geschafft:
6. Von viel Licht & ein wenig Luxus
Weil ich seit 2024 wieder mehr photographiere, kam 2025 überraschend eine Vintage-Kamera dazu. Denn mich ärgerte, dass ich keine wirklich lichtstarke Kamera habe und keine mit einem Display, das man so schön dezent zum Bauch hin klappen kann, was für Street Photography super praktisch ist.
– Ein ist übrigens einigermaßen ernüchternd, dass ich in nur einem Jahr IN OMNIA LUX dort mehr Follower habe als in zehn Jahren Auxkvisit 🥲 –
Photographisch ist 2025 leider nicht allzuviel passiert, weil ich vor allem mit der grindigen Gründung beschäftigt war.

Neues Baby & Kinderwagen
Die Kamera ist die wunderhübsche Pentax MX 1. Dass ihr Body aus Messing ist, tut überhaupt nichts zur Sache, dass ich das Ding uuuunbedingt haben wollte!
Ebenso ungeplant war die Kanken Hipbag Plus: Aber als von Fjällräven die E-Mail reinkam, dass das Ding plötzlich wieder vorrätig sei, habe ich keine Sekunde gezögert. Denn ich wollte sie schon 2024 haben, als ich viel unterwegs war und ein Händchen für modulares Packen und Reisen entwickelt habe.
– Keine Werbung, nur Begeisterung! –






Alle drei zusammen – Kamera, Tascherl & Leo – sehen übrigens so aus. Wir waren zusammen in Wien, der einzige „Urlaub“ 2025, ein verlängertes Wochenende.

7. Mini-Reisen
🥰 7.1 Wien
In Wien habe ich Vince Ebert zum Lachen gebracht. Ich. Den. Comedian!! Zum Lachen gebracht!! Wegen ihm sind ein Freund und ich überhaupt nach Wien gefahren. (Hotel Motto, geiler Scheiß! Ohne den Deal „Du besorgst die Ticket, ich das Hotel“ hätte ich da sicher nicht übernachtet …)
PS: Westbahn, Du geile Sau! So viel besser als die Deutsche Bahn … Und geht bis Augsburg!
Ich habe mich aufs Neue in Wien verliebt. Seitdem steht es auf meiner heimlichen „Da mal leben wollen“-Liste ganz, ganz oben. Ach was, am überallerobersten!
„Herr Ober, hätten Sie noch ein bisschen Obers für meinen Kaffeeeeee?“
„Kaffee?! Ach geh!“



🐄 7.2 Irgendwo im Allgäu
Wo wir schon beim Reisen sind: Believe it or not – aber ich war dieses Jahr echt das erste Mal im Allgäu wandern 🙈 Und bin mit meiner Begleitung überraschend auf eine Gruppe superlieber Leute gestoßen. An einem See. Wir haben kurz zusammen meditiert und gute Vibes in die ganze Welt geschickt. Wenn sich hier irgendjemand erkennt: Schreibt mir bitte!!

🐆 7.3 München – mit MAGIC MOMENT!
Und dann war da noch das Allerallerbeste: An meinem Geburtstag wollte ich einen Backhendlsalat speisen gehen, in einen schönen Bücherladen nur gucken und im Zoo Luchse gucken. Weil der Augsburger Zoo keine hat, musste ich dafür nach München. Hervorragendes Sommerwetter, und das Mitte September. Das war schon mal gut! ✌︎
Im Zoo sah es erst danach aus, als würde sich kein Luchs blicken lassen. Andere Besucher warteten schon lange – und laberten leider so laut, dass ich schon Angst hatte, es wird nix mehr. Gleichzeitig wusste ich tief in mir drin: „Natürlich sehe ich heute einen Luchs.“ Kurz nach meiner Ankunft kam auch einer. Und nachdem ich einmal ums Gehege gelaufen bin, guckte mich das Weibchen direkt an – gefühlt keine eineinhalb Meter von mir entfernt!
Dass daraus dann sogar ein Luchsflüstern und -flirten wurde, hat selbst die anderen Besucher überrascht! ♡

8. Alle Fehler gemacht & Mythen kennengelernt
Nochmal kurz zur Selbständigkeit: Ich habe die meisten Mythen kennengelernt und noch mehr Anfänger-Fehler mitgenommen:
☑️ selbst & ständig ☑️☑️☑️
⛔️ Urlaub
🥵 Ach, das mach ich gleich auch noch!
🤮 Angebote schreiben ⏰
👻 Akquise, ju-huuuuuu 😵💫
🇩🇪 Deutschland hasst Selbständige ja echt!?!? 😵
🦖 Alles auf ein Projekt setzen 🚫
👹 „Draußen ist es jetzt eh dunkel, dann kann ich ja bis Mitternacht weitermachen …“ 👹
Letzten Punkt habe ich leider genau so umgesetzt, wie ich es geschrieben habe: Im November habe ich mich mal so überarbeitet, dass ich gleich den ganzen Dezember wegen Krankheit ausgefallen bin. 😱
Im Bett, vollgepumpt mit Antibiotikum nach einer kleinen Not-OP, konnte ich mir dann das erste Mal seit gefühlten Ewigkeiten mal wirklich Ferien eingestehen: einfach nur Bibi Blocksberg hören oder Harry Potter schauen.
Nachträglich wundert mich der körperliche Zusammenbruch überhaupt nicht. Das Video von Joseph DeChangemann zeigt auch, dass man auch als Selbständiger nicht nonstop wuseln soll:
9. GRAND FINALE:
Bin ich jetzt 100% (glückl)ich?
Das ganze Tamtam um die Persönlichkeitsentwicklung kenne ich schon lange. Ich lese seit 1995 solche Bücher. In der Theorie kenne ich sicher nicht alles, aber sehr sehr viel.
Praktisch umgesetzt habe ich davon nun 80% im Jahr 2025. 🥵
Diese schlauen Kalendersprüche wie „Lebe deinen Traum“ oder „Sei du selbst“ kann man hundertmal hören und theoretisch verstehen.
Richtig kapieren tut man Dinge erst, wenn man sie erlebt. Punkt.
So richtig mit Schweiß, Blut und Schmerzen. Damit will ich keineswegs den Glaubenssatz fördern, dass das Leben kein Ponyhof ist (es ist doch vielmehr ein Einhornhof!) – aber solange wir auf diesem Planeten leben, gibt es nunmal immer zwei Seiten.
Übrigens komme ich bei allen Sachen immer auf dieselbe Lösung:
Die Mischung. Die Mitte. Die Harmonie. Das Herz. ♡
Ja, ich habe mir mit der Selbständigkeit einen Herzenswunsch erfüllt: Endlich kann ich mir meine Zeit komplett frei einteilen! Und bin zu hundert Prozent selbstbestimmt und eigenverantwortlich. Das macht das Leben schön lebendig und fühlt sich überraschend erwachsen an. Denn als Angestellter ist man ja immer so ein bisschen im Rockzipfel-Modus.
Allerdings hat mich nach ungefähr drei Monaten erstaunt:
Ich fühle mich ja überhaupt nicht anders!
Vorher dachte ich immer: „Wenn ich erst selbständig bin, dann fühlt sich mein Leben ganz nach mir an! Dann bin ich viel glücklicher!“
Haha.
Haha-ha-haaaaaaaa!
Es fühlt sich wieder alles genauso an, nachdem das erste Adrenalin verpufft ist.
Teilweise ist es sogar sehr viel schlimmer, denn: Wo viele Höhen sind, da sind auch die entsprechenden Tiefs … Aber ich wollte mein Leben ja intensiver haben, und das ist es auf jeden Fall!
Bin ich jetzt endlich ganz ich? Gaaaaanz böses Thema! Denn diese Künstler-Erkenntnis war ein großer Gewinn, gleichzeitig weiß ich aber auch, dass ich mich nicht mehr so in irgendein Etikett verirren darf. Früher habe ich mir so viel auf mein „Ich bin Art Director / Creative Director in einer Werbeagentur“ zugegeben einiges eingebildet. Weil dann immer ein „Ooooh, coool!“ gekommen ist.
Momentan bin ich mir nicht sicher, ob ich bald sagen muss: „Ich räume beim Aldi Regale ein“. Aber selbst wenn es so weit käme, muss ich mich nicht darüber identifizieren. Was man macht ist das eine – was man ist, das komplett andere. Kein Beruf wird einen je zu 100% abbilden. Vielleicht irgendwann, aber in den ersten Jahren, im ersten Jahr? Das unterschlagen einem die ganzen YouTube-Gurus immer, die sagen „Sei einfach authentisch, und dann läuft alles von selbst!“
Denn wenn Du frisch selbständig bist, ist es nunmal leider Fakt: Keine Sau kennt Dich. Wie soll Dich dann jemand vernünftig kennenlernen, wenn man sagt: „Ah ich mach Design und Text und Kunst und doziere und schreibe in einem Blog und illustriere und …“? Das mag die beeindrucken, die mich längst kennen – aber es erwecke bei Unbekannten doch vielmehr den Eindruck:
- „Die hält sich wohl für ganz toll!“ – keine Sympathie
- „Die kann nichts gescheit.“ – keine Profession
- „Wer-wie-was MACHST DU VERDAMMT NOCH MAL?!?!?!?“ – kein Garnichts
Immerhin ist mir nun der Begriff EssenzExpressionistin gekommen, weil mich ja irgendwas endlich mal ansatzweise treffend und kompakt beschreiben soll. Lass mal gerne in den Kommentaren da, was Du Dir bei dem Wort als Erstes denkst!
PS: Heute bin ich glücklich, auf eine stille Art, müde und hab Hunger – aber auch endlich diesen Rückblick fertig! ✌︎
2025 Quickies
»Zum ersten Mal gemacht«
🌬️ Breathwork im Januar
Für Kopfmenschen wie mich einfach das Alleralleraaaaaaalllerbeste! Lieb’s!
👵🏻 25-jähriges Klassentreffen
Trotzdem die meisten Leute auf Anhieb wieder erkannt. W., schade, dass wir uns nicht gescheit voneinander verabschieden konnten! Bist irgendwo auf ein Bier hängengeblieben, was?
🐻 Gojibeeren gemampft
Kannte ich vorher tatsächlich nicht. Im Zug-Snack nach Wien waren welche drin, was den perversen Preis für ein kleines Schälchen Nüsse für knapp 7 Euro erklärt. In Wien schwammen die Beeren dann sogar im grünen Tee beim Asiaten – sehr, sehr lecker!
🧮 Gegründet
Ja, das wissen wir jetzt alle zu Genüge … (Jetzt steht wohl bald Nummer Zwei an)
Wichtigste Lektionen
- Regelmäßig Pausen machen!!!!!!!!!!111!111!!!11!
- Sofort (!) auf den Körper hören: Der ist einfach so viel klüger, als wir Kopfmenschen immer meinen. Wenn die Augen brennen: Weg vom Screen!
- Mehr analog sein. Pausen und Hausarbeit ohne Podcast-Beschallung machen. Erst mal langweilig, nachträglich aber einfach nur so gesund und entspannend …
- Lieb, sanft und freundlich mit mir selbst sein ♡
- Darauf scheißen, was andere von einem halten
- Hauptsache: machen!
Musik & Medien
🎵 A Certain Someone – Suburbian
Platz 2 in meiner Heavy Rotation:
(Klingt wie Slut? Aus gutem Grunde …)
📚 Gelesen
- „Der Weg des Künstlers“ von Julia Cameron
- Biographie über Michael Ende von Peter Boccarius (Antiquariat)
- „BDG Gründerfibel“ vom Berufsverband Kommunikationsdesig
- „FREI“ vom Hermann Schmidt Verlag
Viel zu wenig, ich weiß, ich weiß …
🎞️ YouTube
- Steuerfit mit Melchior Neumann #AusGründen
- Dr. Phil. Susanne Marx – 99 Affen (Spiritualität und Wissenschaft)
- Amanda Ellis – britisches Medium
Taugt dir?
Wenn Du jetzt denkst: „Cool, Miriam macht kreatives Zeug, sowas kann ich brauchen, denn sie taugt mir als Mensch“, dann frag mich ruhig in einer meiner authentischen Rollen an. Ja, das ist viel, aber ja, all das mach ich zu 100% aus mir heraus:
- Als freie Autorin freue ich mich über Anfragen, für Deine Publikation (Magazin, Zeitung …) zu schreiben. Eine erste Kolumne ist bereits veröffentlicht! 💪
- Als Texterin oder Bloggerin für Dich und Deine Themen, wenn wir eine inhaltliche Nähe haben
- Illustrationen & digitale Collagen für Dich oder Deine Galerie
- Als Speaker, Referentin oder Dozent zum den Themen Design, Selbstausdruck, Kreativität, Sprache, Bloggen, Persönlichkeitsentwicklung, Personal Branding
- Für ausgewählte Menschen werde ich auch weiterhin als klassische Kommunikationsdesignerin und kreative eierlegende Wollmilchsau zu buchen sein
Schreib mir bei Interesse einfach eine E-Mail:
Fazit: Traum erfüllt – Albtraum erlebt
Es ist ein Irrglaube, zu meinen, wenn man sich seinen Traum erfüllt im Leben, dann sei endlich alles gut. Oder besser oder man selbst glücklicher. Es wird vielmehr Phasen geben, die sich wie der pure Albtraum anfühlen. Das Gute ist immer:
Auch das geht vorbei!
das beste mantra für alles. gilt leider auch für schöne phasen!
Dennoch bereue ich meine Selbständigkeit überhaupt nicht! Ich liebe es. (Erinnere mich daran, wenn ich das nächste Mal heulend auf den Küchenfliesen liege.)
Ich habe gewusst, dass mich dieser Schritt einiges kosten wird, in jeder Hinsicht. Dass es intensiv wird. Wie heftig die Amplituden sind, habe ich aber unterschätzt. Aber jedesmal, wenn ich mich am eigenen Schopf wieder aus dem Sumpf gezogen habe, fühle ich mich ein paar Millimeter größer. Das ist doch das Leben: Dass man was erlebt und daran wächst.
Dafür habe ich mich 2025 – im Jahr der Holzschlange – gern gehäutet und auf die letzten Meter sogar einen Zahn gelassen. Dieses Jahr steht ab sofort im Zeichen des Feuerpferdes: Jetzt bekommst das ganze noch den Turbogang … Wir dürfen gespannt sein! Ich würde mich ja mehr als freuen, wenn meine Selbständigkeit 2026 geschmeidiger läuft. Worauf freust Du Dich?