Meine absolute Lieblingsjeans hat drei Löcher. Nein, mittlerweile sogar vier! Das vierte ist nun einen halben Zentimeter unter einer Pofalte und mahnt mich jedesmal aufs Neue, dass ich die Hose a) endlich wegwerfen oder b) zumindest in ihr nie wieder das Haus verlassen darf.
Dennoch habe ich sie noch. Und tatsächlich noch vor, sie daheim auch noch anzuziehen … weil … es ist halt die absolute Lieblingshose! Eigentlich sitzt sie ja auch noch prima. Eigentlich …
Wieso ist loslassen so schwer?
Und wieso tun sich Menschen so unterschiedlich leicht damit?
Ich gehöre zu denen, die, sich mehr als schwer damit tun.
Und genau so geht es mir mit diesem Schritt …
Auxkvisit, es war so schön mit dir!
Mehr als zehn Jahre ist es nun her, dass ich mit Auxkvisit am 13. Januar 2015 gestartet habe.
Harmlos ging es los, mit einem kleinen Aufreger über das anfangs so sandschön unschuldige und dann schnell drecksbesudelte neue Pflaster in der Annastraße.

Mit Auxkvisit fühlt es sich ähnlich an: Es ging so schön damals los, glatt und unschuldig. Aufregend, was das Neue bieten würde! Und das tat es ja: Ich war auf Festivals und hab darüber berichtet. Als Augsburger Carrie Bradshaw hab ich Euch von meinen Tinder-Dates erzählt. Hab Menschen interviewt. Etwa Birgit vom ONIMOS-Store. Die beiden sind längst weg. Mein Bericht darüber ist leider auch irgendwie verschwunden.
Birgit ist nun in London und ONIMOS international. Birgit hat es perfekt vorgemacht: Wenn man wirklich wachsen werden will, muss man Altes aufgeben. Denn am Alten festhalten, bindet nur unnötig Energie – die man für das Neue braucht.
Ich hingegen wollte Auxkvisit mit aller Gewalt wiederbeleben – und das nicht nur einmal! Oft genug habe ich gemeint: »Ich hör auf!« Nur, um doch noch weiterzumachen.
Mit dem Onlinekurs »Double your blog« habe ich sogar geschafft, die Zahlen auf Auxkvisit erfolgreich zu halbieren. ¯\_(ツ)_/¯
Wenn man alles richtig macht, es aber einfach reicht, wäre es töricht, ewig damit weitermachen zu wollen.
Ich war lang genug töricht. Weil ich Auxkvisit eben so liebhabe wie meine knallenge Stretchröhre. Aber die ist jetzt out. Und Auxkvisit eben auch. Obwohl ich damals die Erste war, die über das Comeback der Hosen mit weitem Bein geschrieben hat!!!!111!!!
Solche traurigen Fakten gilt es jetzt anzuerkennen.
Also das mit Auxkvisit. Die Hose werde ich so lange behalten, bis mindestens ein Bein komplett abgerissen ist. Oder ich bin so mutig, und stopfe sie heute Abend noch in den Mülleimer, so wie Auxkvisit. 🥲
Danke an alle treuen Leser!
Wenn Du das jetzt liest, womöglich sogar 2015 die Anfänge mitbekommen hast und jetzt ein Tränchen verdrücken musste, drücke ich Dich mal. Wegen Lesern wie Dir hab ich es ja gemacht! Und das all die Zeit wirklich gern, mit all ihren Aufs und Abs.
Ich danke Dir von ganzem Herzen!
Für Deine Zeit, für Deine Aufmerksamkeit.
Für all die lieben Kommentare.
Es war echt schön mit Dir!
♡
Wo Du mich jetzt findest
Mich gibt es ja weiterhin! Das ist ja nur ein Abschied von Auxkvisit, nicht von mir als Mensch.
Zum einen bin ich seit fast einem Jahr selbständig in meinem Atelier Miriam Lochner.
Dieses Jahr neu hinzugekommen ist meine Spezialisierung auf Branding mit Archetypen. Darüber habe ich übrigens auf der FUTURE WEEK AUGSBURG letzte Woche auch gesprochen. Ein bisschen bin ich mit dieser Stadt also durchaus noch verbandelt, wenn auch nun anders. Bleibe ich in Augsburg? Vermutlich. Solang keine Anfrage aus Wien kommt … 😅
Alle Fotos: © Ulrich Pruefer
Von der Hobby-Bloggerin zur ernstzunehmenden Autorin
Du kannst mich also natürlich auch weiterhin lesen! Ich habe nur das Medium gewechselt und keinesfalls das Schreiben an sich aufgegeben.
Ganz im Gegenteil: Ich nehme das Schreiben jetzt nämlich ernst. Also so richtig. Deswegen bestehe ich auch auf Leser. Und die gibt’s auf Substack nunmal reichlicher als auf einem dahinsiechenden Augsburg-Blog. Deswegen sind von Auxkvisit schon ein paar Artikel rübergewandert zu Substack. Da kann man sogar – wie praktisch! – auf Abonnieren drücken (kostenlos = no pledge), und dann kommen neue Artikel einfach in Deine Hosentasche geflattert. Als Newsletter!
Warum ich mittlerweile lieber auf Substack publiziere
Jetzt denkst Du Dir vielleicht: »Ja, dann schreib doch weiter auf Auxkvisit! Wenn Du eh weiterhin schreibst.« Jein!
Denn erstens hat die Statistik von Auxkvisit wie erwähnt erschreckend suizidale Züge angenommen. Auf Google werde ich nach wie vor in den Top 5 gefunden, wenn ich nach »Blog Augsburg« google – aber mal im Ernst, wer sucht heute schon noch nach sowas?
Auf Instagram sieht es seit »dem neuen Algorithmus« noch viel, viel schlimmer aus. Darüber klagen so ziemlich alle Content Creators – dass sie statt ehemals 50 Likes jetzt nur noch 5 haben. Wenn man seine Inhalte komplett automatisiert oder gar mit KI anfertigt, mag sich das noch lohnen – aber die Scheiße mach ich nicht.
Somit ist mein ROI (Return of Invest) jetzt eher ein RUIN. Und wenn ich etwas in meiner Auszeit gelernt habe, dann:
Zeit ist das Kostbarste, das wir haben!
Deswegen pulvere ich hier keine mehr rein.
Immerhin das hab ich erkannt!
Sagte sie mit einer frierenden Pobacke.
Don’t worry
Augsburg-»Blogs« findest Du mittlerweile reichlich auf Instagram. Dafür braucht es Auxkvisit schon lange nicht mehr!
Und was Auxkvisites liegt sicher eines Tages im Buchladen oder bei Amazon bei den e-Books. Merk Dir einfach meinen Namen! Solltest Du ihn nicht kennen: Miriam Lochner.
War schön, Dich gekannt zu haben!
Adé ♡
PS: Sollte irgendjemand Bock haben, diesen Gaul wiederzubeleben – ich würde Auxkvisit womöglich zum Kauf freigeben, solange das Erbe gewahrt bleibt (Augsburg-Bezug, Qualitätsanspruch). Bei Interesse einfach anschreiben!